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Niedersachsen Behinderte dürfen ab 2013 in Regelschule
Nachrichten Politik Niedersachsen Behinderte dürfen ab 2013 in Regelschule
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08:43 02.11.2011
Von Saskia Döhner
Foto: Kinder mit und ohne Handicap sollen ab Sommer 2013 in Niedersachsen gemeinsam unterrichtet werden.
Kinder mit und ohne Handicap sollen ab Sommer 2013 in Niedersachsen gemeinsam unterrichtet werden. Quelle: dpa
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Hannover

Bis 2018 reicht es bei den weiterführenden Schulen aus, wenn ein Gymnasium oder eine Haupt- und Realschule im Landkreis Kinder mit Behinderungen aufnimmt. Danach soll dies an grundsätzlich jeder Schule möglich sein. Das Kindeswohl und die Wahlfreiheit der Eltern seien der Kern des Gesetzentwurfs, sagten die Fraktionsvorsitzenden Björn Thümler (CDU) und Christian Dürr (FDP). Die Eltern könnten entscheiden, ob sie ihre Kinder an eine Regel- oder eine Förderschule geben. Wenn Eltern allerdings eine Regelschule wählen, das Kind nach Ansicht der Pädagogen an einer Förderschule allerdings besser aufgehoben wäre, kann die Landesschulbehörde es dorthin schicken.

Während CDU und FDP von einer Ausnahmeregelung sprachen, sieht die Opposition darin die Aushebelung des Elternwillens. Die zwangsweise Zuweisung an eine Förderschule widerspreche der UN-Behindertenrechtskonvention. SPD, Grüne und Linke nannten den Regierungsentwurf „enttäuschend und halbherzig“. Ina Korter (Grüne) kritisierte, dass nahezu alle Förderschulen – mit Ausnahme der für lernbehinderte Kinder im Primarbereich (Klassen 1 bis 4) – bestehen blieben. Eine Doppelstruktur sei unsinnig und teuer.

Von den rund 35.000 Schülern mit Förderbedarf landesweit haben rund 18.000 Lernschwierigkeiten, 6000 bis 7000 Kinder gelten als sprachbehindert, ebenso viele zudem als verhaltensauffällig. Die Zahl der Schüler im Rollstuhl wird auf rund 200 geschätzt. Bis 2018 werde das Land ingesamt fast 45 Millionen Euro in den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern investieren, sagte Kultusminister Bernd Althusmann (CDU). Bis dahin soll geprüft werden, welche Kosten auf die Kommunen zukommen und ob sie vom Land übernommen werden.