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Niedersachsen Bekommt Niedersachsen echte Winterferien?
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00:16 14.12.2013
Von Saskia Döhner
Eine Woche Winterferien: Das könnte für niedersächsische Schüler bald Realität werden. Quelle: dpa
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Hannover

Auch Familien in Niedersachsen sollen nach dem einmütigen Willen aller vier Landtagsfraktionen richtige Winterferien haben. SPD, CDU, FDP und Grüne haben jetzt eine gemeinsame Resolution beschlossen, in der auch eine Entzerrung der Sommerferien gefordert wird. Bislang haben Schüler in Niedersachsen nach der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse Ende Januar nur zwei Tage frei, während es in Ländern wie Berlin und Sachsen-Anhalt einwöchige Winterferien gibt, die oft für Skiurlaube genutzt werden. „Nach der besonders arbeits- und stressreichen Phase im Januar wäre die Ausweitung der Zeugnisferien auf eine volle Woche Winterferien eine sinnvolle Erholungsphase“, heißt es in dem Antrag aller Fraktionen. Oster- und Herbstferien könnten im Gegenzug etwas verkürzt werden.

Ferienplanung ist eine langfristige Sache: Im nächsten Jahr legt die Kultusministerkonferenz (KMK) die Termine für den Zeitraum zwischen 2018 und 2024 fest. Die Sommerferien der Bundesländer sollten dabei möglichst über drei Monate gestreckt werden, fordern die niedersächsischen Fraktionen. Auch Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) hat sich wie Harry Glawe (CDU), sein Kollege aus Mecklenburg-Vorpommern, für eine Entzerrung ausgesprochen, auch damit die Quartiere und Freizeiteinrichtungen an der Nordseeküste gleichmäßiger ausgelastet seien. „Wenn sich der Urlaub auf die Monate Juli und August konzentriert, sind spontane Trips kaum noch möglich“, sagt Gabriela König (FDP).

Staus auf den Autobahnen, überfüllte Züge und überhöhte Preise seien die Folge, wenn sich die Sommerferien der Länder zu sehr überschnitten, meint auch Axel Miesner (CDU). Maaret Westphely (Grüne) sagt, die Dauer der Schuljahre sollte im jeweiligen Land möglichst wenig schwanken, damit Lehrern und Schülern ausreichend Zeit für den Unterricht bleibe. Um mehr als zwei Wochen sollte sich der Beginn der Sommerferien daher nicht verschieben, sagt Holger Heymann von der SPD.

Durch das rollierende System der Sommerferien gibt es mal sehr kurz und mal sehr lange Schuljahre. Zwischen dem Beginn der großen Ferien 2012 und dem in diesem Jahr lagen in Niedersachsen  vier Wochen, von Sommer 2015 zu 2016 wird es wieder so sein. Nur Bayern und Baden-Württemberg beharren weiterhin auf ihren festen Ferien im August. Spätestens 2024 könnte das süddeutsche Bollwerk jedoch wackeln, hofft man jetzt im Norden. „Wir werden eine ausgewogene Sommerferienregelung beschließen“, sagte KMK-Generalsekretär Udo Michallik gestern. Den Ferienbeginn auf Anfang Juni vorzuziehen werde von vielen Eltern aber abgelehnt.

Michael B. Berger 10.12.2013
Klaus Wallbaum 13.12.2013