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Niedersachsen Grundschullehrer studieren künftig länger
Nachrichten Politik Niedersachsen Grundschullehrer studieren künftig länger
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12:55 10.09.2014
Von Kristian Teetz
Grundschullehramts-Studenten werden künftig ebenso lange studieren wie Gymnasiallehramts-Studenten. Quelle: Oliver Berg
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Hannover

Inklusive Bachelorabschluss, der dem Master vorangeht, studieren angehende Grundschullehrer in Zukunft zehn Semester. Die Reform gilt auch für Haupt- und Realschullehrer und tritt bereits ab dem Wintersemester 2014/15 in Kraft.

Es soll aber nicht nur das Studium ausgeweitet werden. Zudem wird der Lehrernachwuchs künftig anders als bislang entweder auf Grundschullehramt oder auf Lehramt für Haupt- und Realschulen studieren. So könnten die entsprechenden Lehrveranstaltungen der Masterstudiengänge passgenauer auf das zukünftige Berufsfeld ausgerichtet werden, hieß es vonseiten der Landesregierung.

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Die Verlängerung der Ausbildungszeit für Grund-, Haupt- und Realschullehrer soll vor allem den Bezug zur Praxis stärken. Nach Angaben des Kultusministeriums absolvieren die Studenten bislang rund sechs Wochen Praktikum, in Zukunft werde ihnen ein intensiver Praktikumsblock von 18 Wochen plus Vor- und Nachbereitung angeboten. „Der Berufsfeld- und Wissenschaftsorientierung wird zukünftig mehr Raum gegeben“, sagte ein Ministeriumssprecher. „Hiervon profitieren die Lehramtskandidaten, aber in der Folge auch die Schüler an Grund-, Haupt- und Realschulen.“

An der Universität Hildesheim, an der momentan 2600 künftige Grund-, Haupt- und Realschullehrer ausgebildet werden, trifft die Reform auf offene Ohren. „Der Schritt der Landesregierung ist klug und an der Zeit. Die Uni Hildesheim wird für das Land rund ein Drittel der künftigen Lehrer ausbilden“, sagte Uni-Präsident Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich der HAZ. „Wir stellen uns dieser Herausforderung gern, denn die Reform ist ein sehr wichtiger Schritt hin zu mehr Praxisnähe.“

Das Hildesheimer Modell der Lehrerbildung lege bereits jetzt besonderen Wert auf die enge Verzahnung von Theorie und Praxis, sagte Friedrich weiter. An der dortigen Uni wird dem Praxisbezug schon seit 30 Jahren viel Bedeutung beigemessen. So sitzen die Lehramtsstudenten im ersten Studienjahr jeden Freitag im Klassenzimmer und können so Einblicke in ihren künftigen Beruf erhalten.

Dass Grundschullehrer in Zukunft genauso lang studieren wie Gymnasiallehrer heißt aber nicht, dass sie genauso viel verdienen. „Besoldungsänderungen sind nicht geplant, bei dieser Reform geht es um qualitative Verbesserungen und Anpassungen der Ausbildung“, hieß es aus dem Kultusministerium. Für die Besoldung sei nicht das Studium entscheidend, sondern die Frage, wo die Lehrer eingesetzt werden.

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