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Niedersachsen Betriebsarzt im Asse-Ausschuss vernommen
Nachrichten Politik Niedersachsen Betriebsarzt im Asse-Ausschuss vernommen
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11:53 06.08.2009
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Dem ehemaligen Betriebsarzt des Atommülllagers Asse, Karl Niklas, sind während seiner Tätigkeit in dem Bergwerk ab Mitte der 1960er Jahre keine Unfälle mit radioaktivem Material gemeldet worden. Ihm sei auf seine Anfragen bei den Betriebsleitern immer wieder gesagt worden, dass es weder Dosisüberschreitungen bei der Strahlenexposition der Mitarbeiter „noch irgendwelche“ Störfälle mit radioaktivem Material gegeben hätte, sagte Niklas am Donnerstag in Hannover vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Atommülllager Asse.

Niklas war der erste Zeuge, der vor dem Kontrollgremium des Niedersächsischen Landtags gehört wurde. Der heute 82-Jährige war seit April 1960 als Arzt und Strahlenschutzexperte für die ehemalige Asse-Betreiberin Gesellschaft für Strahlenschutzforschung (GSF) tätig und besuchte in den folgenden Jahren regelmäßig das Asse-Bergwerk - unter anderem, um sich nach möglichen Gesundheitsgefährdungen der Mitarbeiter zu erkundigen.

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Laut Niklas wurde das Personal, das direkten Umgang mit dem radioaktiven Inventar hatte, regelmäßig medizinisch auf Strahlenbelastungen untersucht. Diese Untersuchungen seien allerdings durch sogenannte „ermächtigte Ärzte“ mit besonderer Qualifikation und nicht durch ihn persönlich vorgenommen worden. Berichte über gesundheitliche Probleme von Asse-Mitarbeitern infolge von Strahlenbelastung habe er von diesen Ärzten „in keinem Fall erhalten“, betonte Niklas.

Bezüglich des in der Asse gelagerten Inventars sagte er, dass er keine Kenntnis darüber gehabt habe, dass in der Grube auch hoch radioaktives Material eingelagert wurde. „Uns wurde immer wieder mitgeteilt, dass es sich um Material mit geringen Aktivitäten handelt“, sagte er. Zuletzt hatten sich die Hinweise darauf verdichtet, dass in der Asse auch hoch radioaktiver Atommüll lagert.

Im Anschluss wollte das Kontrollgremium Jürgen Schubert vom Niedersächsischen Oberbergamt anhören. Der ebenfalls als Zeuge geladene Professor Gotthard Fürer vom Oberbergamt hatte sich wegen einer Kur entschuldigen lassen.

ddp