Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Blaualgen trüben Badespaß
Nachrichten Politik Niedersachsen Blaualgen trüben Badespaß
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:46 06.08.2009
Von Hannah Suppa
Durch die hohen Temperaturen breiten sich vermehrt giftige Blaualgen in Badeseen aus. Quelle: Ingo Wagner/lni
Anzeige

Für den beliebten „Hartensbergsee“, ein Erholungspark in der Gemeinde Goldenstedt im Landkreis Vechta, wurde gestern ein Badeverbot verhängt. Auch an Niedersachsens zweitgrößtem Binnensee, dem Dümmer im Landkreis Diepholz, ist das Schwimmen an der Badestelle Lembruch derzeit nicht erlaubt – der Zugang zum Wasser ist abgesperrt. Das Verbot für die Stelle Hüde wurde gestern jedoch aufgehoben. „Eine vollständige Entwarnung kann nicht gegeben werden“, sagt Medizinalrat Markus Lünnemann. Denn die Bakterien, von denen einige Arten giftige Ausscheidungen ins Wasser abgeben, können für den Menschen gesundheitsschädlich sein.

Die Gesundheitsbehörden beobachten auch in anderen Teilen Niedersachsens die Algen aufmerksam. Auch wenn die Wasserqualität in den 287 Badegewässern grundsätzlich „hervorragend“ sei, wie das Sozial- und Gesundheitsministerium gestern mitteilte. Das Auftreten der Blaualgen sei zu dieser Jahreszeit „normal“. Trotzdem musste die Stadt Wilhelmshaven Ende Juni für den Banter See für etwa eine Woche aufgrund von Blaualgen ein Badeverbot aussprechen. Am Steinhuder Meer in der Region Hannover wird derzeit vor dem Schwimmspaß gewarnt, ein Verbot gibt es hier zurzeit jedoch nicht.

Anzeige

Schuld an dem trüben Wasser ist das Wetter: „Bei länger andauernden hohen Temperaturen wird in Gewässern Phosphor frei, das den Blaualgen zum Wachstum zur Verfügung steht“, sagt Ernst-August Heinemeyer, Leiter des Landesgesundheitsamts in Aurich. Daher käme es im Sommer zu einem verstärkten Auftreten der Bakterien in stehenden und flachen Gewässern. „Eine geringe Konzentration kommt in jedem Gewässer vor“, sagt Heinemeyer. Erst ein erhöhtes Auftreten könne für den Menschen zu Hautreizungen oder Durchfall führen. Während der Badesaison (Mitte Mai bis Mitte September) werden alle vier Wochen Proben aus Seen und der Nordsee entnommen, in Einzelfällen häufiger.

Die Nordsee sei jedoch von potenziellem Blaualgenbefall nicht betroffen. Hier untersuche man eher auf die Escherichia-coli und Enterokokken-Bakterien. Das Vorkommen dieser Bakterien ist ein Indikator für die fäkale Verunreinigung des Wassers. Das Landesgesundheitsamt hat derzeit deshalb das Zwischenahner Meer im Landkreis Ammerland sowie die Wurster Küste bei Cuxhaven genau im Blick, eine Grenzwertüberschreitung sei hier noch nicht festgestellt worden.

Badegäste sollten sich das Wasser immer genau anschauen, rät DLRG-Landesreferent Kurt Meyer-Bergmann. „Wenn das Wasser undurchsichtig ist, sollte die Gesundheitsbehörde informiert werden“, sagt Meyer-Bergmann.