Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Bombendrohung bei Polen-Reise von Weil
Nachrichten Politik Niedersachsen Bombendrohung bei Polen-Reise von Weil
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:42 03.07.2014
Ministerpräsident Stephan Weil vor dem Abflug nach Polen auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen. In Polen brachte eine Bombendrohung das Programm gleich zu Beginn durcheinander.
Ministerpräsident Stephan Weil vor dem Abflug nach Polen auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen. In Polen brachte eine Bombendrohung das Programm gleich zu Beginn durcheinander. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Eine anonyme Bombendrohung hat die Polenreise von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gleich zum Auftakt durcheinandergewirbelt. Das für den Donnerstagvormittag geplante Treffen mit dem Marschall von Großpolen, Marek Wozniak, in dessen Amtssitz in Posen musste wegen der Drohung kurzfristig in die Technische Universität verlegt werden.

Ministerpräsident Stephan Weil auf Dienstreise in Polen.

„Die ursprüngliche Information, es handele sich um eine durch das Innenministerium veranlasste Übung, hat sich nicht bestätigt“, sagte Wozniak der Deutschen Presse-Agentur. Vielmehr sei es so, dass es am Vormittag in mehreren Städten im Land zeitgleich Bombendrohungen gegeben habe. Wegen der geltenden Sicherheitsbestimmungen habe die Polizei die betroffenen Gebäude evakuieren oder zumindest gründlich untersuchen müssen. Von wem die Drohungen stammten, könne er noch nicht sagen, betonte er. Bomben seien noch keine entdeckt worden. Weil, der bei der Reise in seiner Rolle als amtierender Bundesratspräsident unterwegs ist, reagierte gelassen auf die Bombendrohung: „Ich hoffe nicht, dass ich der Grund bin“, sagte er vor Journalisten. Wozniak und Weil machten spontan das Beste aus der Terminplanänderung. Bei schönstem Sonnenschein schlenderten sie - begleitet von Polizei und Sicherheitskräften - durch die idyllische Altstadt von Posen.

Bombendrohungen sind im Übrigen in Polen nichts gänzlich Unbekanntes:

Im Juni 2013 sorgte eine ebenfalls anonyme Bombendrohung landesweit für Aufruhr und Ärger. Auch damals mussten in mehreren Städten Behörden und Krankenhäuser evakuiert werden. Der deutsche Botschafter in Polen, Rolf Nickel, betonte, die Sicherheitslage im Land sei eigentlich nicht gefährlich. Aber es sei natürlich richtig, die Drohungen ernst zu nehmen und ihnen nachzugehen. Abseits des unplanmäßigen Trubels bemühte sich Weil bei seinen Terminen, das „besondere Verhältnis zwischen Polen und Deutschen“ hervorzuheben. 2014 sei ein Jahr der historischen Jubiläen, betonte er.

Vor 75 Jahren habe Deutschland noch mit dem Angriff auf Polen den Zweiten Weltkrieg begonnen, vor 25 Jahren hätten auch die Menschen in Polen mit ihrem Handeln eine große Bedeutung für den eingeleiteten politischen Wandel gehabt. Es sei daher wunderbar, dass es heute zwischen beiden Länder eine so normale Beziehung gebe. Beispiele für die gute Beziehung zwischen Polen und Deutschland - respektive Niedersachsen - gebe es überall: Angefangen von der Wirtschaft - mit Investitionen des Autobauers Volkswagen in die polnischen Standorte - über die Wissenschaft, wo es zahlreiche Kooperationen von Hochschulen gebe, bis hin zu Kultur, Sport und Kommunen mit ihren Partnerschaften. Dies kenne er noch aus seiner Zeit als Oberbürgermeister von Hannover. Die Landeshauptstadt ist seit 1979 freundschaftlich mit Posen verbunden, das Land Niedersachsen verbindet seit 21 Jahren eine Freundschaft mit der Region Großpolen. Ungeachtet der Bombendrohung wollte Weil am Nachmittag sein Programm fortsetzen. Mit der Sondermaschine der Flugbereitschaft der Bundeswehr sollte es in die Hauptstadt Warschau gehen, wo er am Abend mit Wirtschaftsminister Janusz Piechocinski verabredet war. Möglicherweise gibt es dann nähere Details zum Urheber der Bombendrohung nennen. 

Ansonsten wird - wie bei allen anderen Terminen - auch das anstehende Viertelfinale bei der Fußball-WM in Brasilien für genügend Gesprächsstoff sorgen. Dank Miroslav Klose fiebern die Polen mit und drücken den Deutschen gegen Frankreich die Daumen. Auch so zeige sich Freundschaft, lobte die deutsche Delegation.

dpa

02.07.2014
Niedersachsen Wohngemeinschaften für Senioren - Rundt will Raum schaffen für Alten-WGs
02.07.2014
Niedersachsen Sommerfest der Landesvertretung - So feiert Niedersachsen in Berlin
Michael B. Berger 03.07.2014