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Niedersachsen Castor-Gegner kündigen heftigen Widerstand an
Nachrichten Politik Niedersachsen Castor-Gegner kündigen heftigen Widerstand an
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10:20 18.10.2011
Von Heinrich Thies
Castor-Gegner kündigen heftigen Widerstand an. Bereits im vergangenen Jahr (Bild) kam es an vielen Stellen zu Blockaden und Demonstrationen. Quelle: dpa (Archivbild)
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Hannover

Die einen wollen „Schwellenängste abbauen“, die anderen „bewusst Verbote der Polizei übertreten“ – nicht nur im Wendland, sondern entlang der gesamten Transportstrecke.

Für einen Sprecher der Gruppe „Atomstaat stilllegen“, der sich „Andi Substanz“ nennt, ist auch Steinewerfen kein Tabu. „Steine sind für uns eine Art Distanzwaffe“, sagt der etwas ältere Vertreter der autonomen Szene. „Mit Steinwürfen halten wir die Polizisten auf Abstand.“ Die autonome Gruppierung ruft dazu auf, „die Räume des Widerstands zu erweitern – unberechenbar und renitent“.

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Jutta Freifrau von dem Bussche, die seit vielen Jahren das Widerstandscamp in Hitzacker mitorganisiert, räumt ein, dass solche Positionen nicht nur Beifall finden – zumal die Bilder vermummter Steinewerfer im vergangenen Jahr vom friedlichen Massenprotest abgelenkt haben. Doch eine Distanzierung lehnen die Atomkraftgegner aus dem Wendland nach wie vor ab. „Es unterstützen nicht alle alles“, sagt Jutta von dem Bussche. „Aber wir haben ein gemeinsames Ziel.“

Manches ist in diesem Jahr anders. So ist es denkbar, dass der Transport abgesagt wird, weil die zulässige Strahlenbelastung am Zwischenlager in Gorleben überschritten ist. Die Prüfung der Atomaufsichtsbehörde hat am Montag begonnen. Doch Kerstin Rudek, Sprecherin der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg, ist skeptisch. „Die ziehen das durch. Die neuralgischen Punkte werden schon von der Polizei inspiziert.“

Wenn am 26. November in Dannenberg die „Auftaktdemonstration“ stattfindet, könnte der Atommüllzug bereits den Bahnhof der Stadt erreicht haben. Demonstration und Blockaden würden auf diese Weise zeitgleich stattfinden. Daher sei nicht damit zu rechnen, dass der Vorjahresrekord von 50.000 Demonstrationsteilnehmern eingestellt werde, sagt Martin Nesemann, Sprecher des Aktionsbündnisses. Auch die Ausstiegsbekundungen der Bundesregierung dämpfen die Erwartungen. „Es ist nicht mehr der große Aufreger.“ Die Atomkraftgegner warnen indessen davor, der „Berliner Schmierenkomödie“ zu vertrauen.