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Niedersachsen Havliza gewährt Whatsapp Zugang zu Adressbüchern
Nachrichten Politik Niedersachsen Havliza gewährt Whatsapp Zugang zu Adressbüchern
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00:21 23.02.2019
Wusste nicht, dass Whatsapp Kontakte ausliest: Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU). Quelle: Holger Hollemann/dpa
Hannover

In der niedersächsischen Landesregierung hat es ein peinliches Datenleck gegeben. Justizministerin Barbara Havliza (CDU) und vier Staatssekretäre haben dem Messengerdienst Whatsapp auf ihren Diensthandys Zugang zu ihren persönlichen Adressbüchern gewährt. Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion hervor. Betroffen ist auch Innenstaatssekretär Stephan Manke.

Das Justizministerium sprach von einem „Versehen“. Havliza habe nicht gewusst, dass die Kontakte für Whatsapp sichtbar seien, sagte Ministeriumssprecher Christian Lauenstein der HAZ. Bei jedem Smartphone, auf dem Whatsapp installiert ist, greift der Dienst auf das Adressbuch zu und sendet die Daten an das Unternehmen, das zu Facebook gehört. Was dort mit den Informationen passiert, ist weitgehend unklar.

In sensiblen Bereichen ist die Nutzung von Whatsapp daher häufig verboten – etwa bei Lehrern, Unternehmen wie Continental oder der Polizei. Diese nutzt einen sicheren Messenger-Dienst, entwickelt von heinekingmedia, einem Unternehmen der Madsack Mediengruppe. Die Stadt Köln führt einen Messenger auf derselben Basis in den Schulen ein.

Die niedersächsische Landesregierung hält die Übertragung von Adressbucheinträgen an den jeweiligen Betreiber aus Datenschutzgründen für „problematisch“, spricht sich aber nicht generell gegen Whatsapp aus.

Ob durch das Datenleck sensible Informationen weitergeleitet worden sind, teilte das Innenministerium nicht mit. Der Zugriff von Whatsapp auf die Kontakte sei inzwischen bei allen Betroffenen unterbunden.

Die FDP warf der Landesregierung ein „sehr ambivalentes Verhältnis“ zum Datenschutz vor. Whatsapp sei seit Jahren als behördlicher Messenger nicht zulässig, sagte FDP-Fraktionsvize Jörg Bode der HAZ. „Erschreckend ist, dass nach unserer ersten Anfrage im vergangenen Juni bei einigen Ministern und Staatssekretären das Verständnis für den Datenschutz fehlte und gegen die Richtlinie des Landes verstoßen wurde.“

Die FDP vermutet, dass mehr Regierungsmitglieder Whatsapp dienstlich genutzt und den Dienst möglicherweise erst nach einer regierungsinternen Abfrage gelöscht haben. Bode kündigte eine neue Anfrage im Landtag an. „Wir werden dem weiter nachgehen.“

Von Marco Seng

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