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Niedersachsen David McAllister kehrt zurück auf die politische Bühne
Nachrichten Politik Niedersachsen David McAllister kehrt zurück auf die politische Bühne
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00:15 01.05.2013
„Mac is back“: Beifall für das Comeback von David McAllister von der Jungen Union in Stade. Quelle: dpa
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Hannover

Was macht eigentlich David McAllister? Seit der verlorenen Landtagswahl am 20. Januar war nicht viel zu sehen und zu hören vom früheren niedersächsischen Regierungschef. McAllister hatte sich so rar gemacht, dass die „Bild“-Zeitung vor einer Woche sogar ein leicht verwackeltes Leser-Foto druckte. „Ex-Ministerpräsident fährt Karussell“, stand als Schlagzeile darüber. McAllister war doch tatsächlich mit seinen Töchtern im Heidepark Soltau erwischt worden.

An diesem Wochenende nahm sich der CDU-Politiker weniger Zeit für seine Familie – und das politische Versteckspiel hatte ein Ende. McAllister redete am Sonnabend beim Niedersachsentag der Jungen Union in Stade. Ganz unvorbereitet kann dieses Comeback auf der Bühne nicht gewesen sein: Der frühere Ministerpräsident wurde von den jungen Parteifreunden mit bunt bedruckten Schildern empfangen:  „Mac is back“.  Wen stört da schon, dass die Kampagne „I’m a Mac“ vor der Wahl nicht den erhofften Erfolg brachte?
McAllister jedenfalls gab sich in seiner knapp einstündigen Rede kämpferisch wie in besten Zeiten: „Unsere Regierungszeit ist nicht beendet, sondern nur unterbrochen“, rief er den jungen Parteifreunden zu. Er respektiere zwar die 100-tägige Schonfrist der neuen Landesregierung. Aber er wolle schon jetzt ein paar Fehler von Rot-Grün ansprechen, sagte McAllister – und setzte zum großen Rundumschlag an.

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„Wir haben Niedersachsen nach vorne gebracht“, sagte der ehemalige Ministerpräsident. Fast bis in die Champions League. Jetzt drohe alles den Bach runterzugehen. Das „Sabbelsurium und Wortgeschwurbel“ von Rot-Grün zeige, dass die neue Regierung überhaupt keinen Plan für Niedersachsen habe. Ihm sei wichtig gewesen, so der CDU-Landesvorsitzende, die Einheit des Landes nicht zu gefährden. Darum sei der Jade-Weser-Port genauso gefördert worden wie das Uni-Klinikum Göttingen. „Die neue Landesregierung will nur noch den Süden fördern, die SPD-Wahlkreise“, sagte McAllister. Und eine schulpolitische Warnung an seinen Nachfolger Stephan Weil hatte der 42-Jährige auch parat: „Finger weg von den Gymnasien.“

Ob er die Wahlniederlage schon verkraftet hat, ließ McAllister es nicht erkennen. In jedem Fall aber hatte er Erklärungen zu bieten: Die Mindestlohn­debatte sei für die CDU nicht einfach gewesen. Auch das Thema Studiengebühren habe der Partei nicht geholfen. Aus den Reihen der Jungen Union gab es dafür ein lautes Aufstöhnen.

Wie geht es mit McAllister persönlich weiter? Bleibt er in Niedersachsen? Geht er nach Berlin – oder nach Brüssel? Der Auftritt in Stade brachte noch keine Antwort. Die Frage aber wird in dieser Woche sicher wieder gestellt: Am Dienstag ist die Wahlniederlage genau 100 Tage her.

Wilfried Stief