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Niedersachsen Der Strommast als Stütze im Rentenalter
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21:20 13.12.2012
Von Klaus Wallbaum
„Wir müssen die Akzeptanz erhöhen“: Hochspannungsmast auf dem Feld. Quelle: dpa
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Hannover

„Wir müssen die Akzeptanz erhöhen“, sagt der Liberale. „Vor allem müssen wir die Landwirte ins Boot holen.“

Eine Idee aus dem Hause Birkner lautet nun so: Wenn ein Landwirt es hinnimmt, dass auf seinem Feld ein neuer Hochspannungsmast errichtet wird, soll er davon später bei seiner Rente profitieren. Die Energiewende würde so zu einem Projekt, mit dem die Bauern ihre Ruhestandsbezüge aufbessern können. Das ist eine vereinfachte Darstellung eines komplizierten Projektes, von dem Birkner seinen Parteifreund Philipp Rösler überzeugen will, den Bundeswirtschaftsminister.

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Bisher wird dem Grundeigentümer, der seine Fläche für einen Strommast zur Verfügung stellt, eine einmalige Entschädigung angeboten. Wenn er damit nicht einverstanden ist, kann er den Ausbau der Stromnetze verzögern. Am Ende droht dem Grundeigentümer sogar eine Enteignung. Diese Regelung sei ungerecht und benachteilige diejenigen, über deren Grund und Boden die neuen Stromtrassen führen, meint Birkner.

Der Minister erläutert, dass der Eigentümer für das Dulden einer Windkraftanlage regelmäßige Pachteinnahmen für sich verbuchen kann, also von der Förderung der erneuerbaren Energien profitiert. Er sei viel besser dran als der andere Bauer, der mit Hochspannungsleitungen zu tun hat. Es dürfe nun nicht „gute“ Masten für Windkraftanlagen und „schlechte“ für Stromleitungen geben, meint Birkner und schlägt eine neue Regel vor: Der Netzbetreiber, in Niedersachsen die Firma Tennet, solle nicht eine einmalige Entschädigung zahlen, sondern den Landwirt beteiligen - und ihm so regelmäßige Einnahmen sichern.

Das Ganze wäre über eine Beteiligungsgesellschaft denkbar, die der Bauernverband gründen könnte: Landwirte könnten so am Netzausbau mitwirken und würden für ihr Engagement regelmäßige Einnahmen erzielen. Möglich wäre auch, den Erlös dieser Beteiligung anzulegen und sie später auszuschütten - als Zulage für die Rente, sobald die Bauern sich zur Ruhe setzen.

Über konkrete Summen schweigt ­Birkner noch, aber klar ist: Wenn das Dulden von Hochspannungsleitungen für Grundeigentümer lukrativ wird, könnten die Gegner von Hochspannungsleitungen rasch einknicken. Der schleppende Ausbau der Stromnetze in Deutschland käme viel besser voran. Bisher stockt das Projekt, da auch die im holländischen Staatsbesitz befindliche Firma Tennet nicht über genügend Kapital für den massiven Ausbau verfügt.

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