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Niedersachsen Deutschland soll friesische Sprache besser schützen
Nachrichten Politik Niedersachsen Deutschland soll friesische Sprache besser schützen
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19:02 26.05.2011
Die beste Strategie, um die Sprachen zu retten, ist der Schulunterricht. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Deutschland sollte mehr für seine Minderheitensprachen Sorbisch und Friesisch tun. Das empfiehlt das Ministerkomitee des Europarates. Vom Aussterben bedroht sind nach dem Europaratsbericht, der am Donnerstag in Straßburg vorgestellt wurde, Nordfriesisch, Saterfriesisch und Niedersorbisch. Im Saterland in Niedersachsen sprechen wohl noch 2000 Menschen Saterfriesisch. Besser steht es um das Sorbische im Osten Deutschlands, das immerhin etwa 60.000 Menschen als Umgangssprache nutzen.

Das Problem ist der fehlende Nachwuchs. Niedersorbisch sprechen nur noch etwa 7000 bis 10.000 Menschen. Die beste Strategie, um die Sprachen zu retten, ist der Schulunterricht. Damit soll das Interesse von Kindern so früh wie möglich geweckt werden. Das empfiehlt der Europarat. Außerdem sollte es mehr Fernseh- und Rundfunksendungen in diesen Sprachen geben.

Deutschland ist 1998 der Europarats-Charta für Regional- und Minderheitensprachen beigetreten und ist bisher auch nicht untätig geblieben. Zweisprachige Schilder gibt es schon seit Längerem. In dem Ort Scharrel im Landkreis Cloppenburg steht ein Schild mit dem saterfriesischen Namen „Skäddel“ und die dortige Grundschule heißt „Litje Skoule Skäddel“. Doch ein wirksamer Schutz braucht Zeit. „Erfolge kann man nur langfristig feststellen“, sagte ein Sprecher des Europarates.

dpa