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Niedersachsen Diakonie-Beschäftigte protestieren landesweit für mehr Geld
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17:53 12.04.2011
Rund 1000 Diakonie-Beschäftigte haben am Dienstag - wie hier in Hannover - für eine bessere Bezahlung demonstriert.
Rund 1000 Diakonie-Beschäftigte haben am Dienstag - wie hier in Hannover - für eine bessere Bezahlung demonstriert. Quelle: Christian Burkert
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Die Arbeitnehmerseite - es geht um rund 50.000 Beschäftigte - fordert fünf Prozent mehr Gehalt, die Arbeitgeber haben zwei Prozent geboten, wollen parallel aber die Arbeitszeit erhöhen.

Verdi hatte zu den Aktionen aufgerufen, obwohl die Gewerkschaft bislang in die Verhandlungen nicht einbezogen ist. In dem bei der Kirche praktizierten „Dritten Weg“ beraten Arbeitgeber und -nehmer in einer Kommission über die Gehälter. Die Arbeitnehmerseite strebt aber seit längerem unter Einbeziehung von Verdi herkömmliche Tarifverhandlungen an. Auch darum zeichnet sich bei den Verhandlungen am Mittwoch und Donnerstag ein Tauziehen ab. Ob es zu einer Einigung kommt, ist offen. Falls nicht, werden nach Angaben der Arbeitnehmerseite für Mai Warnstreiks vorbereitet.

Einen Arbeitskampf bei Kirche und Diakonie gab es bisher noch nie. Vor Gericht hatte Verdi indes ein Streikrecht einklagen wollen - mit einem Teilerfolg vor dem Landesarbeitsgericht Hamm. Dieses hatte im Januar entschieden, dass Streiks in kirchlichen Einrichtungen nicht ausnahmslos verboten sind. Dagegen sind die Kirchen in Berufung gegangen.

Verdi ist seit einiger Zeit bestrebt, im kirchlichen Sektor Fuß zu fassen und mit den Spielregeln gewöhnlicher Tarifverhandlungen mitzumischen. So waren dem Protestaufruf für die Kundgebung in Hannover am Dienstag gleich auch Antragsformulare für eine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft beigefügt.

dpa