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Niedersachsen Die Linkspartei erlebt einen Linksruck
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19:53 10.02.2013
Neue Spitze: Sabine Lösing und Manfred Sohn sind Landesvorsitzende der Linken.
Neue Spitze: Sabine Lösing und Manfred Sohn sind Landesvorsitzende der Linken. Quelle: Holger Hollemann
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Hameln

Die Linken starten mit einer neuen Führungsspitze in die außerparlamentarische Opposition. Beim Parteitag in Hameln wurde der bisherige Landesvorsitzende Manfred Sohn mit 74 Prozent im Amt bestätigt, an seiner Seite steht künftig die Bundestagsabgeordnete Sabine Lösing aus Göttingen. Lösing setzte sich gegen die Bundestagsabgeordnete Heidrun Dittrich aus Hannover und die Gorleben-Aktivistin Kerstin Rudek aus Lüchow/Dannenberg durch.

Mit dieser Personalentscheidung vollziehen die Linken in Niedersachsen einen Linksruck, denn Lösing steht für den Flügel der „antikapitalistischen Linken“, der für eine kompromisslose Abgrenzung gegenüber SPD und Grünen wirbt. Dieses Thema wurde auch in der Aussprache zum Wahlergebnis angesprochen. Mehrere Delegierte rügten einen „Kuschelkurs“, den die Parteiführung gegenüber der SPD gezeigt habe. Dies sei verantwortlich gewesen dafür, dass die Linke von 7,1 Prozent bei der Wahl 2008 auf jetzt nur noch 3,1 Prozent abgerutscht sei.

Der Landesvorsitzende Manfred Sohn rechtfertigte die Wahlkampfführung und erklärte, wegen der Zuspitzung auf die Frage Rot-grün gegen Schwarz-gelb habe kein Spielraum für die Linke bestanden. Im Wahlkampf hatte der Landesvorstand eine gezielte Annäherung an Sozialdemokraten und Grünen unternommen. So war die Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht, die eine Vergangenheit als radikale Kommunistin hat, als Leiterin einer möglichen Verhandlungskommission benannt worden. Die Wahlkampfleitung der Linken hatte versucht, die Partei im Wahlkampf mit dem bekannten Gesicht von Wagenknecht wieder attraktiver zu machen.

Gleichzeitig wollte sich die Linkspartei andienen als mögliches linkes Korrektiv in einem rot-grünen Bündnis. Die Gruppe um die neue Landesvorsitzende Lösing aber, die einer Regierungsverantwortung der Linken generell skeptisch gegenüber eingestellt war, sieht in diesem Schritt einen Fehler - die Linke sei zu brav und bieder aufgetreten. Im April will die Linke ihre Landesliste für die Bundestagswahl aufstellen. Spannend ist die Frage, ob der frühere Landesvorsitzende Diether Dehm erneut nominiert wird.

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