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Niedersachsen Die Partei erbt nichts
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10:03 06.11.2009
Von Karl Doeleke
Nur die vier Kinder des vermögenden Anwalts aus Hamburg sind offenbar im Testament ihres Vaters bedacht worden.
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Nur die vier Kinder des vermögenden Anwalts aus Hamburg sind offenbar im Testament ihres Vaters bedacht worden. Die Erben haben mit den Rechtsextremisten aber nichts am Hut. Das berichtete am Donnerstag der Radiosender NDR Info. „Wir können das im Moment weder bestätigen noch dementieren“, sagte die Sprecherin des niedersächsischen Verfassungsschutzes, Maren Brandenburger.

Rieger war vor einer Woche in Berlin an den Folgen zweier Schlaganfälle gestorben. In Faßberg im Landkreis Celle und auch in Wolfsburg war man am Donnerstag erfreut über die Nachricht, dass Rieger nicht wie befürchtet einen Teil seines angeblich großen Vermögens an eine der vielen rechtsextremen Organisationen vermacht hat, deren Vorsitzender er war. Damit verringert sich die Sorge, dass eine der Organisationen den Plan Riegers zu Ende führen könnte, in Niedersachsen ein rechtes Schulungszentrum zu eröffnen.

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Zuletzt hatte Rieger das in einem leer stehenden Hotel in Faßberg versucht. „Die Situation hat sich weiter entschärft“, sagte Faßbergs Bürgermeister Hans-Werner Schlitte. Die Immobilie wird am 16. Dezember zwangsversteigert. Auch der Plan, in Wolfsburg ein Museum zu Ehren der nationalsozialistischen Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ zu etablieren, dürfte ohne die finanzielle Unterstützung Riegers nun kaum verwirklicht werden. Möglicherweise fordern Riegers Erben von der NPD auch Darlehen zurück, die der vermögende Anwalt der finanziell klammen Partei gewährt habe, mutmaßt Maren Brandenburger vom Verfassungsschutz: „Theoretisch ist das möglich.“ Es handele sich um Summen zwischen 300. 000 und 500. 000 Euro.