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Niedersachsen Die Schulbehörde soll schrumpfen
Nachrichten Politik Niedersachsen Die Schulbehörde soll schrumpfen
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09:58 15.10.2009
Von Klaus Wallbaum
Grünen-Politikerin Ina Korter Quelle: Udo Heuer (Archiv)
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Die vier Hauptstandorte des Landesamtes in Lüneburg, Hannover, Osnabrück und Braunschweig bleiben offenbar in jedem Fall erhalten. „Insgesamt zwölf Standorte sind die Kompromisslinie, die sich andeutet“, hieß es am Mittwoch aus der CDU/FDP-Koalition. Entscheidungen sollen allerdings erst 2010 fallen.

Nach der Auflösung der Bezirksregierungen vor vier Jahren waren die bisherigen Schulabteilungen weitgehend erhalten geblieben. Trotzdem wurde Personal abgebaut, von 938 Stellen im Jahr 2005 sind jetzt noch 728 Stellen übrig – allerdings ergänzt durch Abordnungen von Mitarbeitern aus Schulen und anderen Behörden. Mit der nun anstehenden Reform soll der Personalabbau beschleunigt werden. Das regierungsinterne Ziel, den Mitarbeiterstamm auf 512 zu senken, ist allerdings bis ins Jahr 2011 verschoben worden.

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Stärker noch als der Personalabbau bestimmt ein anderes Motiv die Reformpläne: Die Außenstellen der Behörde sollen „Servicestationen“ für die Schulen werden. Wenn es um die Beratung der Schulleiter geht, um Anträge für Teilzeitarbeit und Versetzungen von Lehrern, waren die oft nur mit wenigen Mitarbeitern ausgestatteten Außenstellen bislang häufig überfordert. Die Arbeit soll dadurch, dass künftig je Behördenstandort mehr Leute tätig sind, verbessert werden. Gleichzeitig wächst in der CDU/FDP-Koalition aber auch der Wunsch, die direkte Steuerung der Außenstellen durch das Ministerium zu verbessern. Das wäre etwa möglich, indem künftig das Ministerium mit Durchgriffsrecht Anweisungen aussprechen kann.

In den Reihen der Koalition herrscht Unmut darüber, dass einige Dezernenten der Landesschulbehörde die Schulen bisher nicht korrekt beraten hätten – beispielsweise mit Hinweisen an die Kommunen für Investitionen in Schulstandorten. Auch seien Lehrer, die freiwillig mehr arbeiten oder über ihre Pensiongrenze hinaus tätig sein wollten, von der Landesschulbehörde nicht überall mit offenen Armen empfangen worden. Die Hoffnung ist jetzt, mit der Neubildung der Außenstellen auch frischen Wind in die Behörde zu bekommen. Dabei sollen die Angelegenheiten der Gymnasien schwerpunktmäßig an den vier Hauptstandorten betreut werden, die übrigen Felder in den acht Außenstellen. Wo diese sein werden, steht noch nicht fest – das Ziel ist aber, sie landesweit so anzusiedeln, dass Mitarbeiter der Behörde ohne längeren Anfahrtsweg zu jeder Schule kommen können. Ein Beratungsunternehmen hatte im Mai nur zwei Außenstellen angeregt – dies hätte aber eine zu große Entfernung zu den Schulen bedeutet und sei vom Tisch, heißt es.

Offen ist noch, ob mit der Reform auch mehr Schulpsychologen in der Landesschulbehörde für besondere Fälle bereit- stehen. Die Grünen-Politikerin Ina Korter forderte gestern, vor allem in diesem Bereich die Anstrengungen erheblich zu verstärken. „Niedersachsen hat hier großen Nachholbedarf“, betonte Korter.