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Niedersachsen Druck auf FDP-Bewerber wächst
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19:08 14.05.2012
Von Klaus Wallbaum
Der FDP-Landtagskandidat Claus Hübscher (Mitte) Ende April in Teheran. Quelle: www.president.ir
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Hannover/Delmenhorst

Die FDP erhöht den Druck auf ihren umstrittenen Landtagskandidaten Claus Hübscher aus Delmenhorst. Der 65-Jährige war mit einer Reisegruppe zu Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad gefahren, hatte sich fotografieren lassen und anschließend die Positionen des in der westlichen Welt geächteten Politikers mitgeteilt. Zwar hat sich Hübscher inzwischen auf Druck der FDP offiziell vom Antisemitismus Ahmadinedschads distanziert, in einem anderen Interview stellte er aber die Pressefreiheit im Iran mit der in Israel gleich.

Hübscher ist inzwischen aus dem Freundeskreis der Jüdischen Gemeinde in Delmenhorst ausgeschlossen worden, die VHS hob den Honorarvertrag mit ihm für eine Dozententätigkeit auf. Der FDP-Mann selbst erklärt zwar, an seiner Landtagskandidatur festhalten zu wollen. Doch in der Partei gibt es starke Kräfte, bis hinauf zum Landesvorstand, die ihn offenbar intern zum Rückzug überreden wollen. Gestern Abend hat sich der Bezirksvorstand mit dem Vorgang befasst. Einen Parteiausschluss lehnt die FDP ab, da es schwer werden könnte, Hübscher parteischädigendes Verhalten nachzuweisen. In der FDP wird aber offenbar als Sanktion überlegt, Hübscher im Juli auf den letzten Platz der Landesliste zu setzen, falls er nicht vorher seine Bewerbung für den Landtag aufgeben sollte.

Klaus Wallbaum 14.05.2012