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Niedersachsen Endlager für Kohlendioxid sollen nach Niedersachsen
Nachrichten Politik Niedersachsen Endlager für Kohlendioxid sollen nach Niedersachsen
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22:36 13.02.2011
Von Klaus Wallbaum
Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister betonte seine Skepsis gegenüber den Plänen.
Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister betonte seine Skepsis gegenüber den Plänen. Quelle: Rainer Surrey
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Rund 80 Areale liegen in Niedersachsen, 259 im Meer vor der deutschen Nordseeküste. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister betonte seine Skepsis gegenüber den Plänen, die technisch noch nicht ausgereift seien. „Die Länder brauchen ein Mitspracherecht“, forderte er gegenüber dieser Zeitung.

Energiekonzerne peilen die sogenannte CCS-Technik an. Sie könnten es so vermeiden, von 2013 an Zertifikate für den Kohlendioxidausstoß kaufen zu müssen. CCS (Carbon Dioxide Capture and Storage) sieht vor, dass Kohlendioxid an den Kraftwerken abgeschieden und über Pipelines zu den Endlagern gebracht, dort dann in die Tiefe gepresst wird. „Die EU fördert solche Projekte und erwartet bis Jahresmitte auch ein entsprechendes Gesetz in Deutschland. Die Technik ist aber viel zu riskant“, sagt der Greenpeace-Fachmann Karsten Smid. Wenn das Kohlendioxid über den Endlagern entweiche, könnten Anwohner und Tiere ersticken. Außerdem drohe das Gas unter der Erde das Grundwasser zu versalzen. Die Versicherungswirtschaft habe erklärt, für mögliche Schäden nicht aufkommen zu wollen.

Greenpeace versuchte monatelang und schließlich mit Erfolg, von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) eine Liste möglicher Standorte zu bekommen. In Betracht für CCS-Lager kämen Ostfriesland, die Nordseeküste und die Ferieninseln Spiekeroog und Langeoog, aber auch Burgwedel und Neustadt in der Region Hannover, außerdem Flächen in Nienburg, Celle (hier vor allem Eschede) und Hildesheim. Die 80 niedersächsischen Standorte liegen in den Kreisen Aurich, Friesland, Leer, Wittmund, Ammerland, Osterholz, Cuxhaven, Harburg, Rotenburg, Oldenburg, Wesermarsch, Cloppenburg, Nienburg, Diepholz, Soltau-Fallingbostel, Schaumburg, Hameln-Pyrmont, Gifhorn, Celle, Uelzen, Lüchow-Dannenberg und Hannover – außerdem in den Städten Wilhelmshaven und Emden. Daneben gibt es Flächen im Raum Minden (NRW), in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Bayern.

In Hannover unterstrich Ministerpräsident David McAllister am Sonntag die Einwände seiner Regierung: Das Land trage heute schon „einen Großteil der bundesweiten Gesamtverantwortung“ in der Energiepolitik. „Wir brauchen eine Regelung, bei der die Länder bei der Auswahl möglicher Standorte ein starkes Mitspracherecht bekommen.“