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Niedersachsen Evangelische Kirche nimmt fünf Milliarden Euro ein
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15:35 10.03.2015
Foto: Die evangelische Kirche hat erstmals mehr als fuenf Milliarden Euro an Kirchensteuer eingenommen.
Die evangelische Kirche hat erstmals mehr als fuenf Milliarden Euro an Kirchensteuer eingenommen. Quelle: Symbolbild/dpa
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Der Kirchensteuerzuwachs sei hoch erfreulich, sagte Begrich. Er führte den Anstieg auf die günstige wirtschaftliche Entwicklung und die hohe Erwerbstätigenzahl zurück: „Wachsende Einnahmen aus Kirchensteuern beruhen darauf, dass es unserem Land wirtschaftlich gut geht und damit auch vielen Menschen, eben auch den Kirchensteuerzahlern.“

Zugleich trat der EKD-Finanzchef Darstellungen entgegen, die Kirchen schwämmen im Geld. Mit dem allgemeinen Steuerzuwachs halte die Entwicklung der Kirchensteuer in keiner Weise Schritt. Nominal seien die Kirchensteuern in den vergangenen 20 Jahren um 20 Prozent gewachsen, die staatlichen Steuereinnahmen im selben Zeitraum jedoch um gut 50 Prozent.

Dem Anstieg stehe ein Anstieg der Kosten um weit mehr als 30 Prozent gegenüber. Kaufkraftbereinigt habe sich die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kirche um mehr als zehn Prozent verringert. „Nein, in Geld schwimmen wir nicht“, argumentierte Begrich. Er versicherte, alle die Einnahmen würden für den kirchlichen Auftrag verwendet - „und für nichts sonst“.

Die Kirchensteuer beträgt in der Regel neun Prozent der Lohn- und Einkommensteuer, in einigen Bundesländern acht Prozent. Sie wird über die Finanzämter eingezogen und an die Kirchen weitergeleitet. Der Staat erhält für diese Dienstleistung etwa drei Prozent des Steuereinkommens.

Mit Blick auf die Debatte über den Abbau der kalten Progression im Steuerrecht sagte der Finanzexperte, die Gestaltung der staatlichen Einkommensteuer wirke sich immer auch auf die Kirchensteuer aus. „Der Abbau der kalten Progression ist ein Gebot der Steuergerechtigkeit und würde von uns natürlich mitgetragen werden.“ Die kalte Progression entsteht, wenn Lohn- und Gehaltserhöhungen nur die Inflation ausgleichen, der Arbeitnehmer aber einem höheren Einkommensteuertarif unterliegt und deshalb höhere Steuern zahlen muss.

dpa

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