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Niedersachsen Ferienstart am Donnerstag: 941.000 Schüler freuen sich
Nachrichten Politik Niedersachsen Ferienstart am Donnerstag: 941.000 Schüler freuen sich
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09:33 22.06.2010
Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU): „Ich wünsche unseren Schülern eine entspannte und erholsame Ferienzeit.“ Quelle: Nancy Heusel (Archiv)
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Sommerzeit, Ferienzeit: Wochenlang haben die rund 941.000 Schüler in Niedersachsen auf den Startschuss für die großen Ferien gewartet - am Donnerstag ist es soweit. Sechs Wochen lang bleiben die etwa 3100 allgemeinbildenden Schulen geschlossen. Auch der eine oder andere der rund 70.000 Lehrer wird sich freuen, dass der stressige Schulalltag bis Anfang August ruht. „Ich wünsche unseren Schülern eine entspannte und erholsame Ferienzeit“, sagte Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) der Nachrichtenagentur dpa. Allen Lehrern und Schulleitern danke er für ihre Arbeit.

Während auf die meisten Schüler vor dem Klang der letzten Schulglocke noch die nicht immer beliebte Zeugnisvergabe wartet, haben etwa 27.000 Schüler ihr Zeugnis bereits in der Tasche: Sie legten genau wie Grand-Prix-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut ihr Abitur ab. Die genaue Zahl aller Prüfung zum fünften Zentralabitur in Niedersachsen liegt dem Kultusministerium nicht vor.

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Jedoch nicht alle Kinder und Jugendliche können entspannt und sorgenlos in die Ferien gehen. Jährlich müssen etwa zwei bis dreieinhalb Prozent aller Schüler eine Klasse wiederholen. Schätzungen, wie viele es diesmal sind, wollte das Ministerium nicht abgeben. Es wird aber erwartet, dass sich die Quote ähnlich hoch sein wird wie in den vergangenen Jahren. Dies wären etwa 20.000 bis 30.000 Schüler.

Erster Schultag nach den Ferien ist der 5. August. Auf die Fach-Gymnasien kommt dann eine große Herausforderung zu: Wegen des doppelten Abiturjahrgangs werden mehr als 50.000 Mädchen und Jungen an den Prüfungen teilnehmen. „Wir haben für das Abitur 2011 die Schul- und Ferienzeiten so gestaltet, dass in den Schulen angemessene Prüfungs- und Korrekturzeiten sichergestellt sind“, sagte Althusmann. Die hohe Zahl setzt sich aus dem letzten Abitur-Jahrgang nach 13 Jahren und dem ersten „Turbo-Abi“-Jahrgang, der die Hochschulreife nach 12 Jahren erwirbt, zusammen. Auf den Integrierten Gesamtschulen müssen sich die Turbo-Abiturienten jedoch noch gedulden, erst 2018 wird hier die allgemeine Hochschulreife in 12 Jahren angeboten.

Wegen einer Novelle im Schulgesetz, wird sich auch an den Real- und Hauptschulen im Land künftig einiges ändern. Beide Schulformen wollen ihren Schülern künftig eine bessere Berufsorientierung ermöglichen. Die Hauptschulen wollen dafür fortan enger mit den berufsbildenden Schulen zusammenarbeiten. An den Realschulen sollen den Schülern der neunten und zehnten Klassen ab dem Schuljahr 2011/12 mindestens zwei Schwerpunkte aus den Bereichen Fremdsprachen, Wirtschaft, Technik oder Gesundheit und Soziales angeboten werden. Auf diese Weise sollen die Schüler gezielt auf den Gang zu Fachgymnasien oder in die Ausbildungsbetriebe vorbereitet werden.

An den Grundschulen wird sich dagegen nicht viel ändern. Insbesondere in den ländlichen Regionen werden die Schulen weiterhin mit dem demografischen Wandel zu kämpfen haben. Zur Einschulung erwartet das Kultusministerium immerhin rund 81.000 i-Männchen. Die sinkenden Schülerzahlen werden Althusmann somit auch in den nächsten Schuljahren intensiv beschäftigen: „Für unser Bundesland wird ein Rückgang der Schülerzahlen bis 2020 um rund 25 Prozent prognostiziert, bei regional sehr unterschiedlicher Entwicklung.“

Für Althusmann sind es übrigens die ersten Sommerferien als Kultusminister. Der 43-jährige Lüneburger hat im April seine Vorgängerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) abgelöst. Vor seinem Amtsantritt hatte er zuvor bereits fast zehn Monate lang als Staatssekretär im Kultusministerium gearbeitet.

dpa