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Niedersachsen GEW: Althusmann trickst bei Schulstatistik
Nachrichten Politik Niedersachsen GEW: Althusmann trickst bei Schulstatistik
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19:02 03.09.2012
Von Saskia Döhner
Der Landeschef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eberhard Brandt. Quelle: Holger Hollemann
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Hannover

Zum Beginn des neuen Schuljahres wirft die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) „Schönfärberei“ vor. Nur durch Trickserei komme das Ministerium auf statistisch kleine Klassen, eine gute Unterrichtsversorgung und Schüler-Lehrer-Relation, kritisierte GEW-Vorsitzender Eberhard Brandt am Montag in Hannover. In Wirklichkeit seien beispielsweise die Gymnasialklassen jetzt deutlich voller als noch 2003: „Klassen mit mehr als 28 Schülern waren früher die Ausnahme, heute ist es die Regel.“ Die Klassenobergrenzen an den Gymnasien und Gesamtschulen müssten endlich auf 25 Schüler gesenkt werden, forderte Brandt. Den Schulen seien schon 2004 zahlreiche Lehrerstunden gestrichen worden, etwa für Wahlpflichtunterricht und Arbeitsgemeinschaften. Dadurch falle die Lehrerversorgung auf dem Papier deutlich besser aus als sie eigentlich sei.

Das Kultusministerium wies die Vorwürfe entschieden zurück. Die Schüler-Lehrer-Relation werde seit Jahren nach den gleichen Kriterien fortgeschrieben. Danach kamen 1970 auf ein Lehrer 26 Schüler, 2011 waren es nur 14 Schüler.

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Der Landesschülerrat kritisierte gestern den anhaltenden Lehrermangel in den Naturwissenschaften. Dies führe zu erheblichem Unterrichtsausfall. GEW-Chef Brandt berichtete, dass viele Pädagogen artverwandte Fächer unterrichten müssten. Da sei dann die Biologielehrerin, die auch Chemie gebe, oder der Französischlehrer, der Spanisch unterrichte.

Nach Ansicht des Schülerrates ist das auf zwölf Jahre verkürzte Abitur kein Erfolg, sondern bedeutet „keine Freizeit, viel Stress und lange Nächte am Schreibtisch.“

03.09.2012
Michael B. Berger 31.08.2012