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Niedersachsen GEW-Chef reicht Wulff die Hand
Nachrichten Politik Niedersachsen GEW-Chef reicht Wulff die Hand
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09:24 29.09.2009
Von Saskia Döhner
Eberhard Brandt
Eberhard Brandt Quelle: lni
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Die Regierung könne weder die gesunkene Bereitschaft der Eltern ignorieren, ihre Kinder auf eine Hauptschule zu schicken, noch den demografischen Schülerrückgang, sagte Brandt bei der diesjährigen Landesdelegiertenkonferenz am Montag in Hannover. Er war mit 85,6 Prozent der Stimmen von den rund 280 Delegierten im Amt bestätigt worden. Bei der letzten Wahl in Bad Zwischenahn im Jahr 2007 hatte er rund 73 Prozent erhalten.

„Welchen Sinn hat es, eine Hauptschule mit 13 Schülern, nicht pro Klasse, sondern insgesamt, künstlich am Leben zu erhalten?“, fragte der GEW-Chef. Die von der Regierung angestrebte Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen werde das Problem nicht lösen. Eltern und Kommunen wünschten sich mehr Freiheit und Gesamtschulen als Alternative zum gegliederten System. „Es geht nicht darum, Gymnasien abzuschaffen“, betonte Brandt. Wichtig sei es aber, auch kleinere drei- und vierzügige Gesamtschulen zuzulassen. Bisher müssen neue Gesamtschulen mindestens fünf Klassen pro Jahrgang aufweisen. Brandt kritisierte die Einführung des Turbo-Abiturs auch an Gesamtschulen.

Weit weniger versöhnlich als Brandt zeigte sich der Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Hartmut Tölle. „Das Drei-Klassen-Wahlrecht ist überall abgeschafft, nur nicht in der Schulpolitik“, sagte er in seinem Grußwort. Im Kern gehe es den Regierungsparteien nur darum, dass „diejenigen, die jetzt schon bevorteilt sind, es auch weiterhin bleiben sollen“. Wulffs Attacken gegen Brandt in der Landtagssitzung im August bezeichnete Tölle als persönliche Verunglimpfung. Die Gewerkschaften hatten vom Ministerpräsidenten eine Entschuldigung für seine „Wutrede“ gefordert. „Unser Brief ist bis jetzt unbeantwortet., aber wir werden nicht zur Tagesordnung übergehen.“

28.09.2009
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