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Niedersachsen GEW fordert kleinere Schulklassen
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10:38 30.09.2009
Die Lehrergewerkschaft fordert kleinere Schulklassen. Quelle: ddp
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Das sagte GEW-Landeschef Eberhard Brandt zum Abschluss der Landesdelegiertenkonferenz am Dienstag in Hannover. Nach dem doppelten Abiturjahrgangs 2011 strebt die GEW Obergrenzen von 20 Schülern pro Grundschulklasse und 25 Schülern in den übrigen Schulklassen an. „Wir liegen bei den Gymnasien derzeit durchschnittlich bei über 31“, sagte Brandt.

Er kritisierte Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU), die angekündigt habe, nach 2011 zur alten Regelung zurückzukehren. “30 ist keine Zielzahl, mit der wir zufrieden sind.“ Brandt kündigte für den Herbst gemeinsame Protestaktionen mit Eltern an den Schulen an. Er warf der Regierung vor, den Lehrer-Nachwuchs nicht genug zu fördern. „Wir kritisieren massiv, dass die Regierung immer noch nichts getan hat, um genügend Lehrkräfte zu bekommen in der Zukunft.“

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Die GEW ist im Gegensatz zum Kultusministerium der Meinung, dass sich wegen des Mangels an Nachwuchs die Situation in den Schulen nach Beendigung des doppelten Abiturjahrgangs nicht entspannen wird. „Dann werden die Klassen noch größer und zwar ab 2011. Wir müssen dringend etwas tun, um den Nachwuchs zu sichern“, sagte Brandt. Er forderte die Regierung auf, mehr Geld für die Lehrer-Ausbildung zur Verfügung zu stellen und durch eine bessere Betreuung der Lehramts-Studenten die Abbrecherquote zu verringern.

Brandt wurde auf dem Gewerkschaftstag mit 85,5 Prozent der Delegiertenstimmen im Amt als Landesvorsitzender der GEW bestätigt. Bei der letzten Wahl 2007 waren es lediglich 73 Prozent. Er war Anfang des Jahres in die Kritik geraten, weil ihm vorgeworfen wurde, als Gesamtschullehrer nicht die vorgeschriebene Zahl an Unterrichtsstunden unterrichtet zu haben. Ein gegen ihn eingeleitetes Disziplinarverfahren ist inzwischen eingestellt worden, weil ihm kein Fehlverhalten nachgewiesen werden konnte. Die GEW und die Landtagsopposition werfen der Regierung vor, das Verfahren sei eine Intrige gegen den Kritiker der Schulpolitik gewesen.

Brandt zeigte sich mit dem Verlauf des Gewerkschaftstages mit etwa 240 Delegierten zufrieden. Es sei das erste Mal gewesen, dass auch der Landeselternrat und der Verband Bildung und Erziehung an der Veranstaltung teilnahm. „In den letzten zwei Jahren ist da eine sehr enge Zusammenarbeit gewachsen.“

lni

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