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Niedersachsen Gesundheitsamt kritisiert Schulleiter
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00:24 03.11.2009
Von Karl Doeleke
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„Die Ausbreitung der Grippe lässt sich so nicht mehr verhindern.“ Seit den Sommerferien ist landesweit für etliche Klassen der Unterricht vorübergehend ausgefallen. In einigen Kreisen wurden sogar ganze Schulen geschlossen, unter anderem in Rotenburg und Cuxhaven. In Hinte im Landkreis Aurich bleibt ein Schulzentrum für 315 Schüler bis Mittwoch geschlossen.

Das Landesgesundheitsamt sah sich am Montag genötigt, auf die verbreitete Unsicherheit unter Schulleitern, örtlichen Gesundheitsbehörden und Eltern zu reagieren. Es hat in Absprache mit dem Gesundheitsministerium in Hannover einen Leitfaden an die kommunalen Gesundheitsämter geschickt. Die weiterhin ganz überwiegend milden Verlaufsformen der Schweinegrippe würden Schließungen von Klassen und Schulen nicht rechtfertigen, heißt es darin. Kranke Kinder sollten zu Hause bleiben, gesunde Kinder hingegen die Schule oder den Kindergarten selbst dann weiter besuchen, wenn es bestätigte Krankheitsfälle unter Mitschülern gebe.

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Von seiner Empfehlung macht das Landesgesundheitsamt nur wenige Ausnahmen: Erst wenn der Unterricht nicht mehr aufrechtzuerhalten sei, sollten die Schulen ihre Türen schließen können. Das war zum Beispiel in Hinte der Fall. Dort war am Freitag in einigen Klassen nur die Hälfte der Schüler zum Unterricht erschienen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) will derweil neue Todesfälle und schwerere Krankheitsverläufe als bisher nicht mehr ausschließen. „Die Welle, die wir für den Herbst erwartet haben, hat begonnen“, sagte RKI-Präsident Jörg Hacker am Montag in Berlin. Insgesamt sind für Deutschland fast 30 000 Schweinegrippe-Fälle registriert. In Niedersachsen stieg die Zahl um weitere 335 auf zuletzt 3358 Erkrankte. Bundesweit starben bisher sechs Menschen an der neuartigen Influenza.

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen geht daher davon aus, dass die Impfbereitschaft zunehmen wird. Bisher ist die Impfung der Bevölkerung in Niedersachsen eher schleppend angelaufen. Der große Ansturm auf die Arztpraxen sei bisher ausgeblieben, sagte ein Sprecher der Kassenärzte. „Ich bin zuversichtlich, dass es diese Woche besser aussehen wird.“

Die Ukraine hat am Montag die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten. Die Krankheit werde zu einer Bedrohung für die nationale Sicherheit. Die Zahl der Todesfälle stieg auf 60.

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