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Niedersachsen Gorleben-Gutachten nicht beeinflusst
Nachrichten Politik Niedersachsen Gorleben-Gutachten nicht beeinflusst
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12:07 08.10.2009
Bundesanstalt: Gorleben-Gutachten wurde nicht beeinflusst. Quelle: Nancy Heusel
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Eine Einflussnahme habe „nicht stattgefunden“, sagte der ehemalige Präsident der PTB, Dieter Kind, am Donnerstag in Hannover vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Atommülllager Asse in Hannover.

Im September waren Hinweise aufgetaucht, wonach die Regierung Kohl im Jahr 1983 PTB-Wissenschaftler dazu drängte, ein Gutachten zur Eignung Gorlebens als Endlager für Atommüll umzuschreiben. Die Forscher hatten empfohlen, neben Gorleben auch andere Salzstöcke zu untersuchen. Diese Passage wurde auf Druck aus Bonn offenbar gestrichen. Das vom scheidenden Minister Sigmar Gabriel (SPD) geführte Bundesumweltministerium wertete dies als Beleg, dass die Regierung Kohl den Standort per „Weisung“ durchgedrückt habe.

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Kind - seit 1975 PTB-Präsident - sagte, die PTB habe sich stets als wissenschaftliche Einrichtung verstanden, weshalb man einer solchen Bitte auf Umschreibung gewiss keine Folge geleistet hätte. Das Gorleben-Gutachten sei in seiner „wissenschaftlichen Aussage nicht verändert“ worden, versicherte Kind. Auch im Fall der Asse habe es seiner Kenntnis nach keine Manipulationen gegeben. „Mir ist kein Fall bekannt, und ich kann es mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen“, sagte der 80-Jährige.

Nach Kind wollte der Ausschuss den wissenschaftlich-technischen Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrum München, Günther Wess, anhören. Das Helmholtz-Zentrum war bis Anfang dieses Jahres Betreiber des Atommülllagers Asse.

ddp