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Niedersachsen Grüne wollen Geldfluss zur Kirche prüfen
Nachrichten Politik Niedersachsen Grüne wollen Geldfluss zur Kirche prüfen
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17:59 22.10.2013
Keine Aufheiterung in Sicht: Die Katholische Kirche und das liebe Geld bleiben weiterhin ein Thema, dass die Menschen bewegt. Quelle: dpa
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Hannover

"Es ist nicht vermittelbar und der Akzeptanz der Kirchen auch nicht zuträglich, dass die Länder noch immer als Rechtsnachfolger der Fürstentümer jedes Jahr Staatsleistungen in dreistelliger Millionenhöhe an die evangelischen Kirchen und die katholischen Bistümer entrichten", sagte der Grünen-Landeschef Jan Haude am Dienstag in Hannover. Die CDU kritisierte die Forderung als puren Populismus.

Wie Grünen-Chef Haude sagte, würden die Bundesländer jährlich 450 Millionen Euro für eine antiquierte Übereinkunft aus dem Jahr 1803 zahlen. "Für diese Zahlungen kommen alle Steuerzahler auf - unabhängig davon, ob sie der evangelischen oder der katholischen Kirche angehören oder nicht", betonte Haude. Die Staatsleistungen seien in dieser Form nicht mehr zeitgemäß. Daher müsse ein Dialog mit den Kirchen gestartet werden.

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Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Björn Thümler, bezeichnete es als unaufrichtig, wenn die Grünen das Bild einer sich auf Steuerzahlerkosten bereichernden Kirche zeichnen wollten. Dies verkenne die Bedeutung der christlichen Kirchen für Gesellschaft und Kultur. Durch ihre Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Beratungsstellen leisteten die Kirchen einen großen Beitrag. Die Unionsfraktionen hielten deswegen wie erst im Mai auf einer deutschlandweiten Konferenz vereinbart an den Staatsleistungen fest.

Als Konsequenz aus der Affäre um die Millionen-Ausgaben für die neue Residenz des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst hatten die meisten Diözesen den Umfang bischöflicher Vermögenswerte offen gelegt. Die Vermögenswerte der deutschen Bischöfe sind so unterschiedlich wie die Bistümer. In Köln beträgt das Vermögen mehr als 166 Millionen Euro.

dpa

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