Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Grüne fordern Pflegekammer für Niedersachsen
Nachrichten Politik Niedersachsen Grüne fordern Pflegekammer für Niedersachsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:03 10.02.2010
Die niedersächsischen Grünen setzen sich für eine Kammer für die Mitarbeiter in Pflegeberufen ein. Quelle: Franz Bender
Anzeige

Die pflegerische Versorgung stehe „vor dem Kollaps“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ursula Helmhold am Mittwoch in Hannover. Angesichts der demografischen Entwicklung, fehlender Anerkennung der Pflegeberufe, schwieriger Arbeitsbedingungen, Nachwuchsproblemen und rasanter Strukturveränderungen verschärfe sich der Notstand zusehends.

Für das Gesundheitsministerium ist eine Pflegekammer dagegen nicht zwingend mit einer Qualitätssteigerung verknüpft. „Die Forderung ist ja nicht neu - außerdem ist es fraglich, ob eine Zwangsmitgliedschaft akzeptiert würde“, sagte ein Sprecher. Es solle daher nicht an einem runden Tisch über die Köpfe der Pflegekräfte hinweg entschieden werden.

Anzeige

Der Vorsitzende des niedersächsischen Ersatzkassenverbands vdek, Jörg Niemann, sieht “überhaupt keinen Bedarf für die Einführung einer extra Pflegekammer für diese Berufsgruppe“. „Das wäre einzig eine große bürokratische Veranstaltung“, sagte Niemann.

Helmhold: Landesregierung spricht nur „warme Worte“

„Es ist an der Zeit, dass die rund 130.000 Pflegekräfte in Niedersachsen als Akteure im Gesundheitswesen die Interessen der Bevölkerung an einer qualitativ hochwertigen Pflege angemessen vertreten können“, sagte Helmhold. Die Grünen-Politikerin warf der Landesregierung vor, sich auf „warme Worte der Werbung für Pflegeberufe“ zu beschränken. Die Einrichtung einer Pflegekammer hingegen würde dazu führen, dass Qualitätsstandards gesichert würden. Patienten und Angehörige könnten sicher sein, dass sie von Menschen betreut werden, die sich einer individuellen kontinuierlichen Weiterbildung und einer Berufsethik verpflichtet haben.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe Nordwest (DBfK) befürwortet die Einrichtung einer Pflegekammer dagegen „ganz ausdrücklich“. „Es ist höchste Zeit, dass die Regierung den beruflich Pflegenden die Wertschätzung entgegen bringt und ihnen die Möglichkeit endlich einräumt in den beruflichen Angelegenheiten mitzugestalten und mitzustimmen“, teilte die Vorsitzende des DBfK-Nordwest Marita Mauritz mit. Obwohl die Pflegeberufe die zahlenmäßig größte Berufsgruppe im Gesundheits- und Sozialwesen darstellen, würden sie nur selten in die Entscheidungen eingebunden.

lni