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Niedersachsen Häftlinge sollen besser auf Freiheit vorbereitet werden
Nachrichten Politik Niedersachsen Häftlinge sollen besser auf Freiheit vorbereitet werden
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09:58 24.03.2009
Von Karl Doeleke
"Wir müssen bereits am Tag des Haftantritts ein Konzept dafür haben, wie wir den Häftling auf sein Leben in Freiheit vorbereiten“: Justizminister Bernd Busemann. Quelle: Frank Wilde
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Dafür soll in allen Justizvollzugsanstalten in Zukunft ein „zentraler Entlassungskoordinator“ als fester Ansprechpartner für Bewährungshelfer zur Verfügung stehen, sagte Busemann im Anschluss an eine Expertenanhörung des Justizministeriums. Außerdem will der Minister noch in diesem Jahr einheitliche Standards für verbindlich erklären, die eine „durchgehende Betreuung von Straffälligen schon während der Haft und nach der Entlassung“ sicherstellen.

Niedersachsen sei im „Übergangsmanagement“ zwischen Gefängnis und Freiheit „schon ganz gut aufgestellt“, könne aber „in vielen Punkten noch besser werden“. Derzeit gebe es im Übergang „noch zu viele Reibungsverluste“, sagte Busemann, wenn etwa der Bewährungshelfer erst eine Woche nach der Entlassung informiert werde. „Klar ist: Wir müssen bereits am Tag des Haftantritts ein Konzept dafür haben, wie wir den Häftling auf sein Leben in Freiheit vorbereiten“, nannte Busemann als Ziel.

Derzeit würden rund 70 Prozent der Häftlinge in Niedersachsen rückfällig. „Die Senkung der Rückfallquote ist ein hervorgehobenes Ziel.“ Wenn es gelänge, jedem Häftling eine Ausbildung und einen Arbeitsplatz zu vermitteln, dann könne das Land am Ende sogar einen „fiskalischen Vorteil erzielen“.

Offen zeigte sich Busemann auch für den Vorschlag des früheren Justizministers Hans-Dieter Schwind (CDU): Im Jugendstrafvollzug sollten aus therapeutischen Gründen mehr Tiere eingesetzt werden, forderte der Vorsitzende der Deutschen Stiftung für Verbrechensbekämpfung am Montag in Osnabrück. Der Umgang mit Tieren verbessere die Resozialisierungschancen bei ihrer Rückkehr in die Gesellschaft. Jugendliche könnten so lernen „Verantwortung zu entwickeln“, glaubt auch Busemann.