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Niedersachsen Heister-Neumann: Unterrichtsversorgung gesichert
Nachrichten Politik Niedersachsen Heister-Neumann: Unterrichtsversorgung gesichert
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15:06 24.11.2009
Niedersachsens Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) ist mit der Unterrichtsversorgung zufrieden: Anstatt der angepeilten statistischen Unterrichtsversorgung von 99,5 Prozent läge man nun bei 100,2 Prozent. Quelle: Rainer Surrey
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„Wir haben unser Ziel sogar übertroffen“, sagte Heister-Neumann am Montagabend in Hannover. Um bei den Mangelfächern mittelfristig zumindest in Latein und evangelischer Religion für Entspannung zu sorgen, will das Ministerium nun mit einem sogenannten Sprintstudium bereits unterrichtende Lehrer zusätzlich für eines dieser beiden Fächer qualifizieren. Von Februar an sollen Lehrer berufsbegleitend innerhalb von nur zwei Jahren befähigt werden, zusätzlich Latein oder Religion zu unterrichten.

 Landesweit können jeweils 30 Lehrkräfte an dem Programm teilnehmen. „Ich bin mir relativ sicher, dass wir die Stellen besetzen können“, sagte Heister-Neumann. Für die Schulen und Lehrer sei das Programm gleichermaßen attraktiv, da die Lehrer künftig breiter aufgestellt seien und die Schulen aus ihrem eigenen Lehrerbestand heraus fehlenden Unterricht ausgleichen könnten.

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 Zielgruppe seien Lehrer mit verwandten Fächern wie Deutsch, Geschichte oder Philosophie. Da diese nicht zu den Mangelfächern gehören, könnten die Schulen Fehlzeiten während des Studiums kompensieren. Für andere Mangelfächer wie Mathematik oder Physik sei das Programm nicht geeignet, da in verwandten Fächer ohnehin ein erhöhter Bedarf besteht und die Lehrer entsprechend fehlen würden.

Aktuell besteht landesweit in Latein und evangelischer Religion ein Bedarf von je 30 Lehrern. Zukünftig werde dieser Bedarf auf 50 in Latein und 80 Lehrer in evangelischer Religion anwachsen.

Zufrieden zeigte sich die Ministerin mit der Entwicklung der Unterrichtsversorgung. Nachdem zum Beginn des Monats 636 neue Lehrer, die zuvor ihr Examen abgelegt hatten, neu eingestellt wurden, sei der Unterricht flächendeckend gesichert. Anstatt der angepeilten statistischen Unterrichtsversorgung von 99,5 Prozent läge man nun bei 100,2 Prozent. „Insgesamt können wir sehr zufrieden sein. Die Maßnahmen haben voll gegriffen“, sagte Heister-Neumann. Das Ziel sei unter anderem mit neuen Lehrern, Quereinsteigern und einer strengeren Prüfung von Teilzeitanträgen erreicht worden.

Unterstützung kam von den Koalitionsfraktionen. „Es hat sich gelohnt, dass wir auch gegen Proteste standhaft geblieben sind“, sagte FDP-Bildungsexperte Björn Försterling. Zuletzt hatte der Schulleitungsverband die Art und Weise der Umsetzung kritisiert und Heister-Neumann vorgeworfen, zu viel Druck ausgeübt zu haben. Die Ministerin sagte dazu, lediglich in Einzelfällen sei es offenbar zu Irritationen gekommen. „Auch in diesem Bereich ist uns die Umsetzung gut gelungen.“

Kritik kam von der Opposition. SPD-Bildungsexpertin Frauke Heiligenstadt bemängelte, dass die tatsächliche Unterrichtsversorgung nichts mit der statistischen zu tun habe. Zudem sei in Realität seit dem Beginn des Schuljahres viel Unterricht ausgefallen. Auch die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen, Ina Korter, bezeichnete es als „Trickserei“, die Unterrichtsversorgung erst im November nach Einstellung zusätzlicher Lehrer als gesichert zu verkünden.  

lni