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Niedersachsen Hildesheims Dom wird innen runderneuert
Nachrichten Politik Niedersachsen Hildesheims Dom wird innen runderneuert
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22:45 05.06.2009
Von Michael B. Berger
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Vor dem Weltkulturerbe: Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger (von links), Bischof Norbert Trelle, Kulturstaatsminister Bernd Neuemann, Ministerpräsiden Christian Wulff und Weihbischof Hans-Georg Koitz. Quelle: Andreas Hartmann
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Das „Unternehmen“ ist der Hildesheimer Dom. Zur 1200-Jahr Feier des Bistums Hildesheim soll die Kathedrale, die mit der evangelischen Michaeliskirche in Hildesheim zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, gründlich saniert sein.

24,5 Millionen Euro soll die Innensanierung sowie die umfangreiche Erweiterung des Dommuseums kosten. Ursprüngliche Planungen sahen Kosten von knapp 21 Millionen Euro vor.Zur Präsentation der Umbauarbeiten, die im Januar 2010 beginnen und am 15. August 2014 abgeschlossen sein wollen, waren gestern sogar Kultursstaatsminister Bernd Neumann (CDU) aus Berlin und Ministerpräsident Christian Wulff aus Hannover angereist.

Neumann unterstrich die kulturgeschichtliche Bedeutung des Hildesheimer Domes, der mit der Michaeliskirche „ein weltweit einzigartiges Ensemble“ darstelle. Deshalb gebe der Bund (wie das Land) einen Zuschuss von zwei Millionen Euro. Durch die Einzigartigkeit dieses Bauwerks könnten aber viele Geldquellen erschlossen werden, ergänzte Ministerpräsident Wulff – auch Mittel der Europäischen Union, sowie von zahlreichen Stiftungen.

Das Land habe noch bis zu 3,5 Millionen Euro für die Einrichtung des dazugehörigen Dommuseums reserviert. Das Bistum selbst bringt 7,3 Millionen Euro an Eigenmitteln auf.„Manche fragen, ob eine aufwendige Domsanierung in Zeiten der Wirtschaftskrise berechtigt ist“, sagte Bischof Trelle – und bejahte die Frage: Man brauche in der Krise, „inmitten vieler Abbrüche“ auch Hoffnungszeichen für einen Neu-Aufbruch.

Das Bistum investiere in fast der gleichen Höhe auch für den Neubau einer Grundschule in Bremerhaven, betonte der Bischof.Die Renovierung wird den gesamten Innenraum des zum Ende des Zweiten Weltkrieges fast vollständig zerstörten und Mitte der fünfziger Jahre wieder aufgebauten Domes umfassen, auch Dach- und Fußbodenbereich. Der berühmte Hezilo-Leuchter wird in die Mitte der Kirche verlegt und die wertvollen Bronzetüren des Bischofs Bernward nach innen versetzt.

Durch einen neuen Zugangsbereich für das in der benachbarten Antoniuskirche untergebrachte Dommuseum werden sich die Baukosten um gut drei Millionen Euro verteuern. Um Spenden zu sammeln, hat sich bereits ein Dombauverein gegründet, dessen Vorsitzender Hildesheims früherer Oberstadtdirektor Konrad Deufel ist.Bei der Präsentation der Umbaupläne machte Ministerpräsident Wulff einen konkreten Vorschlag.

Vielleicht ließen sich aus Steinen des Domes kleine Kreuze meißeln, die man an Sponsoren geben könnte: „1000 Kreuze für Hildesheim.“ Wenn das Bistum Kirchengemeinden schließen müssen, sei die Hilfe des Staates bei der Domsanierung angemessen, sagte Wulff und bezeichnete die Planung als „rundum gelungen“. Er riet den Bistumsverantwortlichen, sich auch durch Kritik nicht verunsichern zu lassen. „Wenn ein Bürgermeister etwas Neues plant, sind zuerst alle dagegen. Wenn's dann steht, wollen alle dafür gewesen sein.“ Während der Umbauzeit bleibt der Dom geschlossen. Die berühmte Christus-Säule wird an die protestantische Michaeliskirche „verliehen“.