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Niedersachsen Horst Seehofer zu Gast bei David McAllister
Nachrichten Politik Niedersachsen Horst Seehofer zu Gast bei David McAllister
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06:15 08.09.2012
Von Michael B. Berger
 Der bayrische Ministerpräsident Hors Seehofer (r.) ist auf Freundschaftsbesuch beim niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister. Quelle: dpa
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Goslar

Und selbst der Auftritt eines enthusiasmierten Rentners wirkt wie bestellt: „Sie sehen in natura ja noch viel besser aus als im Fernsehen, bewegen Sie sich ruhig unter Leute.“ Doch als Seehofer den Rentner fragt, was er denn machen würde, wenn er Kanzler wäre, scheint die Regie der Wohlführtour nicht recht zu klappen: „Als Erstes alle Minister hinauswerfen.“

Aus Freundschaft zu McAllister ist Horst Seehofer am Dienstag in Niedersachsen zu Gast, besucht für eineinhalb Stunden Goslar, dann die MTU-Turbinenwerke in Langenhagen und abends die CDU-Landtagsfraktion. „Damit haben wir aber nichts zu tun – da ist er dann CSU-Chef“, betont der Protokollchef aus der hannoverschen Staatskanzlei.

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Die ehrwürdige Stadt Goslar lässt sich der Bayer am Mittag zeigen, weil „wir hier ja eine Art Außenstelle haben“. Seehofer zeigt auf den strahlenden Goslarer Oberbürgermeister Oliver Junk, seinen Parteifreund. Denn Junk, der in Bayreuth studierte, ist CSU-Mitglied und will es auch bleiben. Da mag McAllister noch so sehr zum Übertritt raten. Und während dessen Vorgänger Christian Wulff auf Promi-Partys den „Nord-Süd-Dialog“ mit Baden-Württemberg zelebrierte, setzen McAllister und Seehofer auf die Achse HannoverMünchen. CDU-Fraktionschef Björn Thümler spricht am Abend von einer neuen „Art des ,Nord-Süd-Dialogs‘“, und Seehofer sagt, ihn freue diese neue Nord-Süd-Achse.  „Wir haben so viel gemeinsam“, sagen Seehofer und McAllister in wechselnde Mikrofone bei ihrer Tour durchs mittelalterliche Goslar: Beide Länder seien Flächenstaaten, beide hätten eine blühende Autoindustrie, und beide hätten Ministerpräsidenten, die auch Härtetests bestünden. Etwa eine Bierzeltrede am Politischen Aschermittwoch. „Das ist politisches Hochreck, das muss man können“, sagt der „liebe David“ zum „lieben Horst“. Der nickt, Ministerpräsidenten unter sich. „Der David“, sagt „der Horst“, der könne auch Kanzler.

Doch das will der gar nicht. Ihm reicht es schon, im kommenden Jahr als Ministerpräsident gewählt zu werden, „seine Vertragsverlängerung“ zu bekommen, wie es Freund Horst ausdrückt. Das eint McAllister auch mit Seehofer: Beide haben ihre Ämter lediglich geerbt, Seehofer vom unglücklichen CSU-Tandem Günther Beckstein und Erwin Huber, McAllister vom später unglücklichen Christian Wulff. Ob sie sich mit ihren gegenseitigen Visiten unterstützen? „Wir brauchen keine Unterstützung“, brummelt Seehofer. Bei so viel Gemeinsamkeit ist selbst der Länderfinanzausgleich, wo Bayern gibt und Niedersachsen nimmt, kein Thema.