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Niedersachsen In Niedersachsen werden die Klassen kleiner
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20:39 31.08.2012
Von Michael B. Berger
Mehr Lehrer, kleinere Klassen - und weniger Hausaufgaben: Niedersachsen geht nach Ansicht von Althusmann gut gerüstet ins neue Schuljahr. Quelle: dpa
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Hannover

Nach seinen Worten geht die Zahl der Schüler seit Jahren beständig zurück – von 991.000 Schülern im Jahr 2004 auf jetzt 886.000. Am Montag kehren Lehrer und Schüler nach den Sommerferien in die Schulen zurück. Für 75 450 Erstklässler in Niedersachsen beginnt am kommenden Sonnabend der „Ernst des Lebens“. Althusmann erläuterte, dass Niedersachsen rein statistisch eine durchschnittliche Klassengröße von 20,3 Schülern habe. „Auf einen Lehrer kommt heute eine Klassenstärke von statistisch 14,28 Schülern.“ Im Vorjahr habe das Verhältnis noch bei 1 zu 17 gelegen. Das Land investiere in Bildung fast fünf Milliarden Euro – und gehe mit 2698 neu eingestellten Lehrern ins neue Schuljahr.

Bereits die Hälfte aller niedersächsischen Schulen sind Ganztagsschulen. Diese Tatsache hat jetzt auch für die Anforderung bei Hausaufgaben Konsequenzen. In einem neuen Erlass werden die Richtwerte für die vorgeschriebenen Hausaufgaben außerhalb der Schule gesenkt – im Primarbereich auf eine halbe Stunde (bisher 45 Minuten), im Sekundarbereich I auf eine, im Sek-II-Bereich auf zwei Stunden. „Die Kinder haben auch ein Recht auf Sport und Freizeit am Nachmittag“, sagte Minister Althusmann. Über das Wochenende soll es keine Hausaufgaben geben.

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Das Wichtigste aber sei und bleibe eine gute Unterrichtsversorgung, bei der Niedersachsen mit mehr als 100 Prozent „gut aufgestellt“ sei, meinte Althusmann. „Auch wenn die Unterrichtsversorgung rechnerisch hoch ist, kann es an einigen Schulen durch Krankheit zu Unterrichtsausfall kommen.“

Mit dem neuen Schuljahr kommen auf die Schüler auf den ostfriesischen Inseln große Neuerungen zu. In Zusammenarbeit mit dem Internatsgymnasium Esens sollen an den Inselschulen auf Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge neue Lerntechniken zum Zuge kommen. Per Videokonferenz und Internet sollen die Schüler vom Festland aus unterrichtet werden. Gut 200.000 Euro gibt das Land für dieses Projekt „Long-Distance-Learning“ aus.

Die FDP-Landtagsfraktion setzt unterdessen auf das Konzept „kurze Beine, kurze Wege“, wie FDP-Fraktionschef Christian Dürr erläuterte. Sie spricht sich für den Erhalt kleiner Grundschulen im ländlichen Raum aus. Dafür müssten auch Schulleiter an kleinen Grundschulen finanziell mit denen an großen Grundschulen gleichgestellt werden.