Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Jeder 13. Schüler in Niedersachsen beendet Schule nicht
Nachrichten Politik Niedersachsen Jeder 13. Schüler in Niedersachsen beendet Schule nicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:34 25.02.2011
Das Projekt “2. Chance“ der Jugendhilfe bringt Schulabbrecher wieder in den Unterricht. Quelle: Uwe Dillenberg (Archiv)
Anzeige

Jeder 13. Schüler in Niedersachsen steht am Ende der regulären Schulzeit noch immer ohne Hauptschulabschluss da. Das zeigt eine Studie, die die Bertelsmann Stiftung in Gütersloh am Freitag veröffentlichte. Von den landesweit rund 86.000 Schulabgängern beendeten 2009 5556 Schüler (6,2 Prozent) ihre Laufbahn ohne entsprechende Zeugnisse. 2008 hatten noch 6780 Schüler (7,4 Prozent) das Schulziel verfehlt. Nach Angaben des Kultusministeriums in Hannover sank die Quote im vergangenen Jahr weiter auf nunmehr 6 Prozent.

Bundesweit ging demnach die Zahl der Abgänger ohne Abschluss 2009 im Vergleich zum Jahr davor zwar leicht um 6600 zurück. Jedoch sei die Zahl von 58.400 Schulabbrechern weiterhin besorgniserregend. So variiert der Anteil der Jugendlichen, die ohne Hauptschulabschluss abgehen, von 5,7 Prozent in Baden-Württemberg bis hin zu 14,1 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Dort lag der Wert 2008 noch bei 17,9 Prozent. Dennoch erreichten die Quoten 2009 in Ostdeutschland durchweg 11 Prozent und mehr.

Anzeige

Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann sieht das Land angesichts der Zahlen auf dem richtigen Weg. „Der Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss ist in Niedersachsen auch 2010 erneut gesunken“, sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. Die Unterstützung der schwächsten Schüler in zahle sich aus. „Dies gilt insbesondere auch für die Hauptschulen, in denen wir den Unterricht in den Kernfächern und die Verknüpfung mit der beruflichen Praxis ausgeweitet haben.“

Gemessen an der gleichaltrigen Wohnbevölkerung verlassen im Bundesdurchschnitt 7 Prozent der Jugendlichen die Schule ohne Abschluss. „Und ohne Abschluss haben diese Jugendlichen kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, sagte die Expertin der Stiftung, Anette Stein. 2008 waren es 7,5 Prozent. Die Studie enthält erstmals die aktuellen Daten für alle Bundesländer, Kreise und kreisfreien Städte.

Innerhalb Niedersachsens sind die Unterschiede zum Teil ebenfalls gravierend. Spitzenreiter ist der Landkreis Helmstedt mit 3,2 Prozent, gefolgt von den Landkreisen Diepholz (3,8 Prozent) und Harburg (3,9 Prozent). Schlusslichter sind Wilhelmshaven (9,5 Prozent), der Landkreis Leer (8,4 Prozent) und die Stadt Braunschweig (8,2 Prozent).

Im bundesweiten Vergleich zeigt sich neben den regionalen Unterschieden auch noch immer ein West-Ost-Gefälle. In Ostdeutschland brechen weiterhin im Schnitt mehr Jugendliche die Schule ab als im Westen.

Die Gesellschaft müsse sich den Herausforderungen der Förder- und Hauptschulen stellen, forderte Jörg Dräger, für Bildung zuständiges Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Rund 80 Prozent der Schulabgänger ohne Schulabschluss kämen nämlich aus diesen Schulen.

dpa

Michael B. Berger 23.02.2011