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Niedersachsen Jörg Bode wird neuer Wirtschaftsminister in Niedersachsen
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17:32 25.10.2009
Jörd Bode wird neuer niedersächsischer Wirtschaftsminister. Quelle: ddp/Archiv

Schneller Stabwechsel in Niedersachsen: Der bisherige FDP-Landtagsfraktionschef Jörg Bode soll neuer Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident werden. Der 38-Jährige tritt damit die Nachfolge von Philipp Rösler (FDP) an, der neuer Bundesgesundheitsminister wird. „Der geschäftsführende Landesvorstand hat einstimmig Jörg Bode nominiert“, sagte der Generalsekretär der Landes-FDP, Oliver Liersch am Sonntag am Rande des FDP- Bundesparteitags in Berlin.

Die Entscheidung muss noch an diesem Dienstag vom kompletten Landesvorstand abgesegnet werden. Dies gilt jedoch als Formalie. „Wir gehen davon aus, dass der Landesvorstand dem Vorschlag folgt“, sagte Liersch. „Ich bin sehr dankbar über das Vertrauen, das in mich gesetzt wird, auch in das Vertrauen des Ministerpräsidenten“, sagte Bode. Bei Regierungschef Christian Wulff (CDU) stieß die FDP-Entscheidung bereits auf Wohlwollen. „Jörg Bode hat die FDP-Fraktion souverän geführt und mutig entschlossenes Regierungshandeln unterstützt“, sagte Wulff am Sonntag. „Er wird sich als Wirtschaftsminister erfolgreich um Wachstum und Arbeits- und Ausbildungsplätze kümmern.“

Die Landes-FDP regelte die Nachfolge Röslers damit schneller als erwartet. Der 36 Jahre alte Rösler war selbst erst Anfang der Jahres vom Fraktionschef in Hannover zum Wirtschaftsminister aufgestiegen, nachdem Walter Hirche das Amt aus Altersgründen aufgegeben hatte. Der Wechsel nach Berlin kam für Rösler selbst unerwartet. „Es kam mehr als plötzlich“, sagte er. Es habe „ein lachendes und ein weinendes Auge“ dabei.

Nach der schnellen Personalentscheidung wird der 38 Jahre alte gelernte Bankkaufmann Bode bereits in dieser Woche im Landtag in Hannover vereidigt. Dann wird auch Rösler verabschiedet. Durch den Wechsel muss die FDP auch einen neuen Fraktionschef wählen. Dies soll am Dienstag geschehen, wenn der komplette FDP-Landesvorstand die Nominierung Bodes offiziell abgenickt hat. Als Favorit auf den Fraktionsvorsitz gilt der bisherige Parlamentarische Geschäftsführer Christian Dürr (32). „Dürr wäre eine Möglichkeit“, sagte Bode.

Der Aufstieg Bodes wurde innerhalb seiner Partei wohlwollend kommentiert. „Jörg Bode ist ein großes Talent“, sagte der designierte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) in Berlin. Er kenne Bode aus vielen Gesprächen als jemanden, der sich besonders für den Mittelstand stark mache. „Ich bin deshalb ganz sicher, dass wir exzellent zusammen arbeiten werden“, sagte der stellvertretende FDP-Chef. Auch Vor-Vorgänger Walter Hirche lobte den kommenden Minister Bode. „Das ist eine dynamische Lösung. Er ist bestens vernetzt im Land. Der Mittelstand bleibt damit im Zentrum.“

Auch CDU-Landtagsfraktionschef David McAllister fand anerkennende Worte. „Vorbehaltlich der endgültigen Zustimmung der FDP-Gremien unterstützen wir diese Entscheidung. Jörg Bode hat in den vergangenen Jahren als Parlamentarischer Geschäftsführer und Chef der FDP-Fraktion vertrauensvoll mit der CDU zusammen gearbeitet und wird das auch weiter tun“, sagte McAllister.

Ablehnend äußerte sich dagegen die Opposition im niedersächsischen Landtag. Bodes Nominierung sei eine „Notreparatur“, sagte der Fraktionschef der Landtagsgrünen, Stefan Wenzel. Nach dem Abgang Röslers wollten FDP und Ministerpräsident Wulff offenbar das entstandende Loch so schnell wie möglich stopfen.

Die SPD-Fraktion kommentierte den Karrieresprung von Bode mit Spott. „Das ist ein weiteres Indiz für die doch sehr dünne Personaldecke der FDP in Niedersachsen“, sagte SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner. Auf Ablehnung stieß die Nominierung Bodes auch beim Verkehrsclub Deutschland (VCD). „Bode fiel in der Vergangenheit leider nur durch altbackene verkehrspolitische Vorstellungen auf“, sagte VCD-Landeschef Michael Frömming. Dem Landesministerium für Wirtschaft sind auch die Ressorts Arbeit und Verkehr zugeordnet.

lni

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