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Niedersachsen Jugendterror beschäftigt den Landtag
Nachrichten Politik Niedersachsen Jugendterror beschäftigt den Landtag
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17:16 06.03.2012
Niedersächsischer Landtag Quelle: HAZ
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Uelzen

Die Vorgänge rund um die sogenannte Douglas-Bande in Uelzen werden den niedersächsischen Landtag beschäftigen. "Wir werden uns über Maßnahmen und Strategien der Landesregierung in diesem Fall vor dem Landtag unterrichten lassen", machte Helge Limburg deutlich, rechtspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag. Das berichtete die "Allgemeine Zeitung Uelzen" in ihrer Wochenendausgabe.

Mit der Ankündigung bekommen die Geschehnisse der vergangenen Wochen und Monate, in deren Verlauf Zeugen beeinflusst, Kaufleute erpresst und Journalisten bedroht worden sind, eine politische Dimension. Seit gut einem Jahr terrorisiert die etwa 20-köpfige Jugendbande, die nach ihrem Treffpunkt vor einer Parfümeriefiliale in der Uelzener Innenstadt benannt wurde, Passanten und Geschäftsleute in der Fußgängerzone. Polizei und Justiz müssten konsequent einschreiten und bestehende Gesetze voll ausschöpfen, forderte Limburg. "Es muss in diesem Fall auch alles getan werden, um die freie Berichterstattung über die ,Douglas-Bande‘ zu gewährleisten." An die Adresse der Justiz gewandt bezeichnete es Limburg als "schlimmen Fehler", dass mehrere Verfahrensbeteiligte in der Untersuchungshaft in derselben Zelle sitzen.

Neben den Grünen hat sich auch die SPD zur Douglas-Bande zu Wort gemeldet. "Das Verhalten darf nicht hingenommen werden", betonte Klaus-Peter Bachmann, innenpolitischer Sprecher der SPD im Landtag. Der Sozialdemokrat forderte ein striktes Vorgehen der Behörden, die die organisierten Einschüchterungen als solche erkennen müssten. Bachmann rief in dem Zusammenhang auch zu Mut und Zivilcourage bei den Betroffenen selbst auf. "Nur wenn die Schweigespirale durchbrochen wird, können Polizei und Staatsanwaltschaft adäquat gegen einzelne Bandenmitglieder vorgehen."

Auf strafrechtlicher Seite hat es eine neue Entwicklung gegeben. Wie das niedersächsische Justizministerium mitteilte, hat die Staatsanwaltschaft Lüneburg ein Ermittlungsverfahren gegen den Vater zweier inhaftierter mutmaßlicher Bandenmitglieder wegen versuchter Anstiftung zur Falschaussage eingeleitet. Der Vater soll einem Uelzener Geschäftsmann Geld geboten haben, wenn dieser die Aussage gegen seine Söhne wegen Schutzgelderpressung zurücknimmt.

02.03.2012
Michael B. Berger 05.03.2012