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Niedersachsen Fünf Tage früher Ferien
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08:37 17.05.2014
Für den Ramadan dürfen die muslimischen Kinder früher in die Sommerferien. Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Grund ist der höchste muslimische Feiertag zum Ende der Fastenzeit, der dieses Jahr auf den 28. Juli, einen Montag, fällt. An diesem Tag konnten sich Muslime auch in der Vergangenheit schon für den Moscheebesuch beurlauben lassen. Das Kultusministerium bezieht in diesem Jahr als Ausnahmeregelung auch die beiden folgenden Feiertage mit ein. Muslimischen Schüler soll die Möglichkeit gegeben werden, das Ramadanfest bei ihren Verwandten im entfernt liegenden Ausland zu verbringen, so heißt es. Das müsse aber schriftlich bei der Schulleitung beantragt werden, außerdem seien Nachweise – wie zum Beispiel ein Flugticket – zu erbringen.

Rolf Doelle, Leiter der IGS Stöcken, macht sich dennoch keine Sorgen, seine Klassen könnten bereits drei Tage vor Schuljahresende halb leer stehen. Die Lehrer haben die Familien über die Sonderregelung informiert. Drei Anträge sind bisher eingetrudelt, mit viel mehr rechnet Doelle nicht, obwohl rund ein Drittel der 650 Schüler Muslime sind. „Die meisten feiern Ramadan in ihrer Kernfamilie und ihrer Gemeinde hier in Hannover.“ In der Schule selbst gibt es wie zu Weihnachten ebenfalls eine große Feier mit allen Schülern und Eltern.

Doch für Familien gleich welchen Glaubens ist es in der Regel ausgesprochen attraktiv, den Sommerurlaub etwas vorzuziehen, da Flüge und Übernachtungen dann billiger sind. „Es kommt schon mal vor, dass vereinzelt Kinder zwei Tage vorher entschuldigt fehlen“, sagt Stefanie Ramberg, Leiterin der Grundschule Mühlenberg. Anders sieht es zum Ramadanfest aus: Rund ein Drittel der 340 Schüler sind Muslime, ein Drittel davon lässt sich beurlauben. Ramberg ist sich sicher, dass der religiöse Feiertag nicht verdeckt zum Schulschwänzen dient. „Das sind Kinder, die sonst regelmäßig zur Schule kommen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass sie ihre Religion ausüben dürfen.“ Auch Petra Fernau von der Grundschule Sahlkamp hat die Erfahrung gemacht, dass tatsächlich religiöse Eltern ihre Kinder zum Ramadanfest beurlauben lassen.

Gudrun Hubrig-Lübke, Leiterin der Johannes-Kepler-Realschule, hat die erst kürzlich vom Ministerium verschickte Sonderregelung den Eltern noch nicht mitgeteilt. Das ist für nächste Woche vorgesehen. Zur Planung eines preiswerten Urlaubs tauge das Ganze eher nicht, meint Hubrig-Lübke. In den anderen Bundesländern laufen die Ferien längst, wenn sie in Niedersachsen beginnen. „Und Eltern, die arbeiten, haben ihren Urlaub doch meist schon lange beantragt und gebucht.“

Von Bärbel Hilbig
und Johannes Dorndorf

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