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Niedersachsen Missbrauch auf Camping-Platz: Werden Ermittlungen gegen Jugendämter eingestellt?
Nachrichten Politik Niedersachsen Missbrauch auf Camping-Platz: Werden Ermittlungen gegen Jugendämter eingestellt?
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00:19 17.02.2019
Auf diesem Campingplatz in Lügde im Kreis Lippe waren Kinder für Pornodrehs missbraucht worden. Drei Tatverdächtige sitzen in Untersuchungshaft.
Auf diesem Campingplatz in Lügde im Kreis Lippe waren Kinder für Pornodrehs missbraucht worden. Drei Tatverdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Quelle: Guido Kirchner/dpa
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Im Fall des mutmaßlichen massenhaften sexuellen Missbrauchs von Kindern in Lügde (Nordrhein-Westfalen) reichen die Beweise offenbar bisher nicht für ein Ermittlungsverfahren gegen Jugendämter und Polizei aus. Aus diesem Grund hat die Generalstaatsanwaltschaft Hamm die zuständige Staatsanwaltschaft Detmold nach eigenen Angaben um einen „ergänzenden Bericht“ gebeten. Am Donnerstag kursierende Gerüchte, wonach die Ermittlungen bereits eingestellt seien, wies die Staatsanwaltschaft Detmold zurück. „Nein“, antworte Oberstaatsanwalt Ralf Vetter auf eine entsprechende HAZ-Anfrage.

Nach bisherigem Stand gehen die Behörden davon aus, dass mindestens 31 Kinder auf einem Campingplatz in Lügde missbraucht wurden. Tatverdächtig sind ein 48-Jähriger aus Stade und zwei Männer aus NRW. Alle drei sitzen in Untersuchungshaft. Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) ermittelt die Polizei inzwischen gegen eine vierte Person wegen des „Verdachts der Strafvereitelung“.

Die Staatsanwaltschaft Detmold prüft zudem weiterhin, ob sich Beamte der Kreispolizeibehörde Lippe sowie Mitarbeiter der Jugendämter des benachbarten Kreises Hameln-Pyrmont (Niedersachsen) mitschuldig gemacht haben, weil sie die Taten hätten verhindern können. So wird gegen Mitarbeiter von zwei Jugendämter wegen des Anfangsverdachts der Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht ermittelt. Sie sollen verdächtige Aussagen des Hauptbeschuldigten ignoriert haben. Die Polizei im Kreis Lippe soll schon 2016 Hinweise auf einen möglichen sexuellen Missbrauch gehabt haben, ging diesen aber offenbar nicht nach.

Nach Informationen des WDR soll die Generalstaatsanwaltschaft Hamm am 5. Februar in einem Schreiben an NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) mitgeteilt haben, dass der Sachstand keinen Anfangsverdacht gegen Polizei und Jugendämter rechtfertige. Das gehe aus einem vertraulichen Bericht des Innenministeriums an den NRW-Landtag hervor. Die Generalstaatsanwaltschaft in Hamm teilte auf HAZ-Anfrage mit, der Bericht der Staatsanwaltschaft Detmold ließe „nicht alle für die strafrechtliche Bewertung relevanten Gesichtspunkte erkennen“.

Von Marco Seng

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