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Niedersachsen Kirchenbündnis in Niedersachsen droht der Zerfall
Nachrichten Politik Niedersachsen Kirchenbündnis in Niedersachsen droht der Zerfall
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16:57 13.11.2009
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Die Protestanten könnten gegenüber Regierung und Politik dann nicht mehr mit einer Stimme sprechen, sagte der Sprecher der Landeskirche Hannovers, Johannes Neukirch, am Freitag. Der Zusammenschluss zu einer Niedersachsen-Kirche war im Mai am Widerstand der kleineren Kirchen gescheitert, die Landeskirche in Hannover hatte als einzige dem Vorstoß zugestimmt.

Nun will die größte der evangelischen Kirchen in Niedersachsen die bisherige Kooperation mit den kleineren Partnern bei ihrer Synodentagung Ende November auf den Prüfstand stellen, sagte Neukirch. Das Ziel der 1971 gegründeten Konföderation war eine bessere Zusammenarbeit. Die Braunschweiger Landeskirche reagierte enttäuscht auf den Vorstoß. Der Braunschweiger Bischof Friedrich Weber hatte sich für die Fusion stark gemacht, schließlich aber auch innerhalb der eigenen Kirche nicht genügend Rückhalt bekommen.

„Die gescheiterte Fusion ist der Auslöser, da hat es eine Ernüchterung gegeben“, meinte der hannoversche Kirchensprecher. „Alle Landeskirchen überlegen, wie es mit der Konföderation weitergeht.“ Gegenüber der Landesregierung diente die Konföderation als zentraler Ansprechpartner, etwa in Fragen des Religionsunterrichts oder der Polizeiseelsorge. „Es scheint so zu sein, dass die Hannoveraner über die Zurückhaltung so enttäuscht sind, dass sie neue Wege suchen“, sagte der Sprecher der Braunschweiger Kirche, Michael Strauß. „Die Konföderation hat sich aus Sicht der kleineren Kirchen bewährt.“ Trotz der gescheiterten Fusion werde mehr Kooperation gewünscht.

Lange Zeit hatte die evangelische Kirche in Niedersachsen auf regionale Verbundenheit gesetzt: In ihren Strukturen lebte die Kleinstaaterei des 19. Jahrhunderts mit den alten Ländern Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe fort. Schrumpfende Mitgliederzahlen und Finanzen aber zwangen die Kirche schließlich zu Fusionsüberlegungen, nachdem alle vorherigen Anläufe im Sande verlaufen waren. Der Anstoß kam vom bisherigen Chef der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Berlins Bischof Wolfgang Huber. Dieser hatte 2006 grundlegende Reformen verlangt und Gemeinden und Landeskirchen ermuntert, sich zusammenzuschließen.

lni

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