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Niedersachsen Klage gegen Atommüllzwischenlager abgewiesen
Nachrichten Politik Niedersachsen Klage gegen Atommüllzwischenlager abgewiesen
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19:16 23.06.2010
Quelle: Nancy Heusel (Archiv)
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Die Klage zweier Landwirte gegen das Atommüllzwischenlager am Kernkraftwerk Unterweser ist abgewiesen worden. Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht entschied am Mittwoch in Lüneburg, dass das Szenario eines gezielten Absturzes eines Airbus A380 bei der Genehmigung des Zwischenlagers 2003 nicht berücksichtigt werden musste. Der Missbrauch eines solchen Flugzeugtyps für einen Terrorakt hätte damals als unwahrscheinlich angesehen werden können. Das Bundesamt für Strahlenschutz habe als Genehmigungsbehörde auch nach neuerer Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts einen entsprechenden Beurteilungsspielraum, begründete ein OVG-Sprecher das Urteil.

Auch alle anderen Einwände der 41 und 57 Jahre alten Kläger aus Rodenkirchen (Kreis Wesermarsch) wiesen die Richter ab. Sie wollten die Genehmigung gerichtlich kippen lassen, weil sie um ihre Gesundheit und ihre Existenz fürchten, sollte dort Radioaktivität austreten. Vor Gericht argumentierten sie, das Zwischenlager sei weder genügend abgesichert gegen terroristische Anschläge noch gegen Hochwasser. Es könne zudem zum Endlager werden, weil es bis heute keinen endgültigen Standort für hoch radioaktiven Müll gibt. Ihre rund 600 Kühe grasen in unmittelbarer Nähe der Atomanlagen.

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Nach der ersten Verhandlung im Februar hatte die beklagte Behörde ein Gutachten vorgelegt, nachdem selbst bei einem gezielten Absturz des A380 kaum radioaktive Stoffe freigesetzt werden.

Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte dem Kraftwerksbetreiber E.ON 2003 den Betrieb einer 80 Meter langen Stahlbetonhalle für 40 Jahre genehmigt. Bis zu 80 Castor-Behälter mit bestrahlten Uran-Brennelementen aus dem Kraftwerk dürfen dort zwischengelagert werden. Die ersten fünf lagern bereits in der Halle.

dpa