Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Klosterkammerpräsidentin Meier-Knapp-Herbst verabschiedet
Nachrichten Politik Niedersachsen Klosterkammerpräsidentin Meier-Knapp-Herbst verabschiedet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 21.05.2011
Von Michael B. Berger
Klosterkammerpräsidentin Meier-Knapp-Herbst wurde verabschiedet. Auch von Bischof Meister. Quelle: Rainer Surrey
Anzeige

Selten ist so viel Prominenz aus Kirchen, dem niedersächsischen Adel und der Verwaltung versammelt, wie bei der Verabschiedung von Klosterkammerpräsidenten. Die Neustädter Hof- und Stadtkirche in Hannover war am Freitag bis auf den letzten Platz gefüllt, als Kultusministerin Johann Wanka (CDU) die bisherige Klosterkammerpräsidentin Sigrid Meier-Knapp-Herbst mit Festakt und Mädchenchor in den Ruhestand verabschiedete. Die Frau mit dem rasanten Dreifachnamen hat die Altersgrenze erreicht, auf sie folgt zum 1. Juni der Landtagsabgeordnete Hans-Christian Biallas (CDU).

Wanka ließ, wenn auch in Nebensätzen, in ihrer Laudatio auf das siebenjährige Wirken der Präsidentin durchblicken, dass sie eine grundlegende Modernisierung der Kammer für notwendig hält. Die Omnipräsenz, die Meier-Knapp-Herbst bei vielen Veranstaltungen bewiesen habe, sei auch notwendig, „damit die Klosterkammer im 21. Jahrhundert ankommt“, sagte die Ministerin. Es sei „eine große Leistung“ der Präsidentin gewesen, dass sie die Probleme der Stiftung von externen Experten habe analysieren lassen, sagte Wanka und deutete an, dass solche Untersuchungen fortgesetzt werden sollten. Gutachter hatten der Klosterkammer mehr Kundennähe angeraten. „Sie braucht einen anderen Geist“, hatte einer der beiden Gutachter erklärt, Hildesheims früherer Verwaltungschef Konrad Deufel.

Im Streit mit einigen Erbpachtnehmern, die sich über Zinserhöhungen von bis zu 17 Prozent beschwert hatten, sei man jetzt „in einen guten Dialog“ eingetreten, meinte Wanka. Sie ließ aber keinen Zweifel, dass man bei den Erbpachten wenig Spielraum habe. Da mehr als die Hälfte der Einnahmen aus den Erbbaurechten kämen, seien diese für die Zukunft der Stiftung unabdingbar, die mit 40.000 Hektar Grundbesitz zu den größten Grundbesitzern Deutschlands zähle und 800 Gebäude erhalte, sowie 41 Kirchen und Dome.

Hildesheims katholischer Bischof Norbert Trelle dankte der scheidenden Präsidentin ebenso wie der evangelische Landesbischof Ralf Meister, der eine Andacht hielt, für die gute Zusammenarbeit. Wilhelm Krull von der VW-Stiftung lobte die Kooperation mit der Klosterkammer, etwa beim Ausbau des Zentrums für Gartenbau in Hannover-Herrenhausen. Meier-Knapp-Herbst merkte an, ihr sei oft gesagt worden, als Nachnachfolgerin von Axel Freiherr von Campenhausen in „große Fußstapfen“ getreten zu sein – „zum Glück trage ich keine Herrenschuhe“.