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Niedersachsen Politik will Glyphosat-Einsatz beschränken – trotz Zulassung 
Nachrichten Politik Niedersachsen Politik will Glyphosat-Einsatz beschränken – trotz Zulassung 
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22:28 12.12.2017
Ein Landwirt erntet ein Weizenfeld. Quelle: dpa
Hannover

Die Auseinandersetzung um den Unkrautvernichter Glyphosat nimmt kein Ende. Am Dienstag hat die Europäische Union das Unkrautgift offiziell für weitere fünf Jahre zugelassen – doch zugleich dringt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) darauf, seine Verwendung einzudämmen. „Auf jeden Fall werden wir das so weit als eben möglich beschränken“, sagte sie der ARD. Möglich geworden war die Zulassung durch die EU, weil Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) vor zwei Wochen zugestimmt hatte. Damit sorgte er für Empörung beim Koalitionspartner SPD. Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen.

Heute ist das Herbizid auch Thema einer Aktuellen Stunde im Niedersächsischen Landtag. Die Grünen fordern die Landesregierung auf, sich gegen das Mittel einzusetzen. Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) gab dazu am Dienstag eine Doppelbotschaft heraus: Zum einen habe die Landwirtschaft durch die Brüsseler Entscheidung nun fünf Jahre Rechts- und Planungssicherheit, sagte sie der HAZ. „Doch sollte die Zeit genutzt werden, um den Wirkstoff auf wissenschaftlicher Basis nochmals zu überprüfen und mögliche Bedenken endgültig zu klären.“ Gleichzeitig müssten praktikable Alternativen entwickelt werden, vor allem für den großflächigen Einsatz. Umweltminister Olaf Lies (SPD) sagte, man werde gemeinsam mit der Landwirtschaft an Alternativen zu dem Mittel arbeiten. „Es darf auf keinen Fall ein ‚Weiter so’ geben.“

Laut Hendricks müssen Hersteller, die weiterhin Produkte mit dem Wirkstoff Glyphosat verkaufen wollen, ab Mitte Dezember neue Zulassungen beantragen. Die Genehmigung erteile eine Behörde, die zwar dem Agrarministerium unterstehe – aber in Einvernehmen mit dem Umweltbundesamt. Dieses solle den Einsatz dann beschränken.

Unterdessen hat der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) das Beispiel der Samtgemeinde Artland bei Osnabrück begrüßt, die als einzige Gemeinde in Niedersachsen die Anwendung von Glyphosat auf ihren eigenen verpachteten Flächen verbieten wird. „Die nachhaltige Umstellung im Ackerbau, die der Verzicht nach sich zieht, wird erst ernsthaft geprüft, wenn es ein Verbot gibt“, sagte BUND-Landwirtschaftsexperte Tilman Uhlenhaut der HAZ. In der Region Hannover darf das Gift in Kleingärten, Parks oder auf Spielplätzen nicht eingesetzt werden; ähnlich verfahren Celle, Göttingen und Hameln. Für Ackerflächen gilt das Verbot dort allerdings nicht.

Der Direktor der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit kritisierte den Konflikt um Glyphosat als eine Art Glaubensstreit. „Bei allem, was wir heute wissen, ist Glyphosat wahrscheinlich nicht krebserregend. Punkt. Das sagen wir auf der Grundlage von fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen.“

Überprüft wurde Glyphosat bereits einige Male. Im März 2015 hatte die internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation das Gift als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft, dafür aber auch Widerspruch geerntet.

Von Michael B. Berger

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