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Niedersachsen Krawall nach Schünemanns Uni-Auftritt
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19:36 11.01.2012
Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen im Anschluss an eine Veranstaltung mit dem niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann sind am Dienstagabend in Göttingen sechs Polizisten und mehrere Demonstranten verletzt worden. Quelle: Stefan Rampfel
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Göttingen

Zu den Zusammenstößen kam es, als etwa 100 Demonstranten versuchten, nach der Veranstaltung im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität die Abfahrt des Innenministers durch Sitzblockaden zu verhindern. Sie umlagerten sowohl seinen Dienstwagen als auch mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei. Bei den Auseinandersetzungen sei ein Begleitfahrzeug durch einen Wurf mit einem faustgroßen Pflasterstein erheblich beschädigt worden, teilte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz mit.

Die Polizei, die mit mehreren hundert Beamten im Einsatz war, nahm zwei 24 und 28 Jahre alte Tatverdächtige vorläufig fest und leitete mehrere Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung, Sachbeschädigung und Landfriedensbruchs ein.

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Auch unter den Demonstranten gab es Verletzte. Zwei Personen hätten sich in der Notaufnahme des Klinikums behandeln lassen, bestätigte der Sprecher der Göttinger Universitätsmedizin, Stefan Weller. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) sowie die Hochschulgruppen der Grünen und der Jusos verurteilten den Polizeieinsatz. Polizisten seien ohne Vorwarnung in die Menge gestürmt und hätten auf Studierende eingeschlagen, hieß es in einer am Mittwoch verbreiteten Stellungnahme.

Schünemann hatte auf Einladung des CDU-nahen Ringes Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) einen Gastvortrag zum Thema „Innere Sicherheit“ gehalten. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes führten mehrere Zuhörer ab, die wiederholt durch lautstarkes Rufen aufgefallen waren. Das Präsidium der Universität Göttingen bedauerte, dass Menschen verletzt wurden. Der Göttinger Landtagsabgeordnete und Ratsherr der Linken, Patrick Humke, kündigte ein parlamentarisches Nachspiel an.

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