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Niedersachsen Kretschmann: Wegducken bei Endlagersuche gilt nicht
Nachrichten Politik Niedersachsen Kretschmann: Wegducken bei Endlagersuche gilt nicht
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13:29 06.11.2011
„Da Salzstöcke grundsätzlich infrage kommen, bleibt Gorleben erst mal drin", sagt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
„Da Salzstöcke grundsätzlich infrage kommen, bleibt Gorleben erst mal drin", sagt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Stuttgart

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Länder davor gewarnt, sich bei der neuen Suche nach einem Standort für ein Atommüll-Endlager wegzuducken. „Es muss der Standort sein, der der beste ist, egal wo er liegt“, sagte der grüne Regierungschef in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart.

Auch Baden-Württemberg solle bei der Endlagersuche nicht von vornherein ausgeschlossen werden, sagte der Ministerpräsident. „Suchen, ohne finden zu wollen, ist sinnlos.“

Auch Gorleben bleibe eine Option, sagte Kretschmann. „Da Salzstöcke grundsätzlich infrage kommen, bleibt Gorleben erst mal drin.“ Jedoch gebe es sehr viele Vorbehalte dagegen. Die Grünen im Bund wollen die Erkundung von Gorleben in Niedersachsen stoppen.

Kretschmann wandte sich gegen voreilige Festlegungen. „Man darf das Pferd nicht von hinten aufzäumen.“ Erst müssten strenge Kriterien für die neue Suche festgelegt werden. „Alles andere würde den Prozess sofort ruinieren.“ Bund und Länder müssten an einem Strang ziehen. „Ein Endlager zu suchen, zu finden und am Ende auch durchzusetzen, dazu ist ein nationaler Konsens erforderlich.“ Trotz der jahrelangen Querelen um ein Endlager sei eine Einigung durchaus realistisch: „Es darf keine Illusion sein, hier herrscht Konsenszwang.“ Immerhin hätten sich die Ministerpräsidenten jüngst einstimmig auf eine offene Suche verständigt.

Bei dem Treffen der Länder-Regierungschefs mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) am kommenden Freitag müsse es darum gehen, sich auf Eckpunkte für eine Endlagersuche zu einigen. „Das erste Wort hat die Wissenschaft“, meinte Kretschmann. So sei die Endlagerung von hoch radioaktivem Müll nur in tiefen geologischen Formationen vertretbar. Hier werde man sich einigen müssen, ob nur Salz und Ton geeignet sind oder auch Granit.

Zuvor müssten sich Bund und Länder aber darauf verständigen, ob das Endlager nach der Einlagerungsphase abgedichtet wird oder ob man es auch danach rückholbar macht. „Wir sehen die Offenhaltung eines Endlagers zur Rückholbarkeit eher kritisch.“ Außerdem müssten der Bau eines solchen Endlagers und die Kontrolle voneinander getrennt werden.

dpa

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