Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Küstenautobahn kommt langsam voran
Nachrichten Politik Niedersachsen Küstenautobahn kommt langsam voran
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:44 27.02.2012
Der Wesertunnel (l.) zwischen der Wesermarsch und Cuxhaven soll Teil der A 20 werden. Quelle: dpa
Berlin

Dazu fehlen noch rund 200 Kilometer Autobahn und ein 6,5 Kilometer langer Tunnel unter der Unterelbe. Zunächst sollen drei weitere Streckenabschnitte vorangetrieben werden, zwei in Schleswig-Holstein, einer in Niedersachsen.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister und Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Jost de Jager (CDU) unterzeichneten eine entsprechende Erklärung. „Wir wollen dokumentieren, dass wir entschlossen sind, dieses Projekt in aller Konsequenz voranzutreiben“, begründete Ramsauer das gemeinsame Bekenntnis zur A 20. McAllister unterstrich: „Für uns in Niedersachsen hat die Küstenautobahn absolute Priorität.“ Mit der geplanten Elbquerung werde eine jahrhundertealte Barriere zum Nachbarland Schleswig-Holstein überwunden, der gesamte Norden als Hafen- und Logistikstandort werde weiter gestärkt.

De Jager strich heraus: „Es gibt jetzt eine klare politische Gewährleistung, dass die A 20 als Ganzes weitergeführt wird.“ Spekulationen, die Autobahn werde womöglich an der A 7 (HamburgFlensburg) oder der A 23 (Hamburg–Heide) enden, seien damit gegenstandslos. Ebenso stehe jetzt fest, dass die Fehmarnbeltquerung mit der notwendigen Anbindung nicht die Verwirklichung anderer großer Verkehrsprojekte in Schleswig-Holstein wie der A 20 gefährden werde. „Da gibt es überhaupt keinen Zusammenhang. Wir brauchen beides“, versicherte Ramsauer.

Drei Teilstücke sind jetzt in die Kategorie C gestuft worden, sie sollen bis 2015 sicheres Baurecht bekommen. Zwei Abschnitte sind auf schleswig-holsteinischer Seite, einer ist auf niedersächsischer Seite. Bis Ende 2013 werde man versuchen, Baurecht für den Abschnitt rund um Bremervörde zu bekommen, sagte McAllister und wies auf eine schwierige Verkehrssituation in der Kleinstadt hin. 130 Millionen Euro beträgt hier das Investitionsvolumen. Der Kieler Verkehrsminister De Jager kündigte an, dass bis Ende 2012 für alle Bauabschnitte in Schleswig-Holstein einschließlich der Elbquerung Baurecht vorliegen werde.

Baurecht bedeutet allerdings noch nicht Baubeginn. Bundesverkehrsminister Ramsauer blieb dazu vage. „Wir werden die Finanzierung im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel gewährleisten“, versicherte er. Für den geplanten Tunnel unter der Elbe in Höhe GlückstadtDrochtersen werden die Kosten auf über 900 Millionen Euro veranschlagt. Weil im Verkehrsetat des Bundes das Geld fehlt, ist eine private Finanzierung oder zumindest Mitfinanzierung geplant. Ein privater Investor hat sich aber bisher nicht gefunden. Eine Untertunnelung würde die bisherigen Elbfähren ersetzen.

„Wir sind dabei, die Möglichkeiten einer öffentlichen-privaten Partnerschaft bei der Finanzierung auszuloten“, sagte Ramsauer. Eine Klärung solle es in diesem Jahr geben. Möglich sei auch ein Mautmodell. Ramsauer schließt nichts aus. McAllister sieht es genauso: „Es sollten alle Varianten überlegt werden, Hauptsache, der Tunnel kommt.“ Für ein Konzessionsverfahren werden zwei Jahre, für den Bau des Tunnels sechs Jahre veranschlagt.

Arnold Petersen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auch zum Abschluss der Landtagswoche bestimmte die Kreditaffäre von Christian Wulff die Debatte im Plenum. Lautstark stritten die Fraktionen über die Vorwürfe gegen den inzwischen zurückgetretenen Bundespräsidenten - jedoch ohne neue Erkenntnisse.

24.02.2012

126.000 Fässer mit Atommüll liegen in der maroden Asse. Lange sah es so aus, als müsste sich auch die Justiz mit dem Fall beschäftigen. Wenige Tage vor dem Prozess am Bundesverwaltungsgericht hat Niedersachsen jetzt aber seine Klage gegen Hessen zurückgezogen.

24.02.2012

Trotz der erneuten Planungsverzögerung bei der Y-Trasse hält Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) das Bahnprojekt für unverzichtbar. Um den wachsenden Güterverkehr aus den norddeutschen Häfen zu bewältigen, biete nur die Neubaustrecke von Bremen und Hamburg nach Hannover die nötige Kapazität.

23.02.2012