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Niedersachsen Kultusminister genehmigt die ersten Oberschulen
Nachrichten Politik Niedersachsen Kultusminister genehmigt die ersten Oberschulen
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09:15 04.05.2011
Von Marina Kormbaki
Minister Bernd Althusmann (CDU) betrachtet die Oberschulen als Erfolgsmodell. Quelle: Nico Herzog (Archiv)
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Die Vorbereitungen zur Einrichtung der neuen Oberschule gehen in die finale Phase. Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) hat am Dienstag die ersten zehn zu Oberschulen zusammengefassten Haupt- und Realschulen genehmigt. Die neuen Schulen werden in Dannenberg und Lüchow im Wendland, Hessisch Oldendorf (Kreis Hameln-Pyrmont), in Kirchdorf, Lemförde, Rehden und Schwaförden (Kreis Diepholz), Selsingen (Kreis Rotenburg), Wendeburg (Kreis Peine), und Thedinghausen (Kreis Verden) nach den Sommerferien starten. Als einziger unter den ersten zehn Oberschulstandorten wird Thedinghausen über ein gymnasiales Angebot verfügen. Insgesamt liegen vier Wochen vor Ablauf der Frist 68 Anträge zur Gründung einer Oberschule vor – darunter 13 mit einem gymnasialen Zweig.

Bei der Vorstellung der Zahlen sprach Althusmann vor Journalisten in Hannover von der Oberschule als einem „Erfolgsmodell für ganz Niedersachsen“ – eine Einschätzung, die nicht überall im Land geteilt wird. So prüfen derzeit die SPD-geführten Landkreise Oldenburg, Schaumburg und Northeim, ob sie gegen die neue Schulform Klage beim Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg einreichen. „Mit dem neuen Schulgesetz werden Gesamtschulen gegenüber Oberschulen benachteiligt“, sagt der Leiter des Oldenburger Schulamts, Maik Ehlers: „Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb zur Neugründung einer Gesamtschule fünf parallele Klassen erforderlich sind, für eine Oberschule aber nur drei.“

In ihrer Kritik berufen sich Ehlers und seine Amtskollegen aus Schaumburg und Northeim auch auf die Landtagsjuristen. Anfang Februar hatte der Gesetzgebungs- und Beratungsdienst des Landtags verfassungsrechtliche Bedenken gegen die neue Schulform geäußert, weil sie möglicherweise gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstoße. Ein Normenkontrollverfahren beim OVG könnte hier für Klärung sorgen. Die drei Landkreise wollen in den nächsten Wochen entscheiden, ob sie diesen Schritt gehen. Ina Korter, schulpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, sagte gestern, dass sie die Kreise dabei unterstützen werde: „Die Landesregierung erhält nun die Quittung dafür, dass sie versucht, den Landkreisen Schulformen aufzuzwingen, die vor Ort nicht gewollt sind.“

Mit je acht Anträgen ist das Interesse für Oberschulen in den Landkreisen Hildesheim und Stade landesweit am größten. „In der Fläche haben wir stark rückläufige Schülerzahlen“, sagt Karl-Heinz Brinkmann vom Fachdienst Schule in Hildesheim, „um die Standorte zu sichern, wollen wir nun die organisatorisch bereits zusammengefassten Haupt- und Realschulen zu Oberschulen machen.“
Beim Landkreis Stade heißt es, mit der Oberschule werde nun der gesetzliche Rahmen für das geschaffen, was man ohnehin schon praktiziere: „Haupt- und Realschulen arbeiten bei uns schon lange zusammen“, sagt Schuldezernent Eckart Lantz. Aber nicht bei allen acht Standorten soll es bloß auf eine Auswechslung des Türschilds hinauslaufen: Drei Oberschulen sind mit gymnasialem Zweig beantragt. Als einzige Stadt in der Region Hannover hat Gehrden die Gründung einer Oberschule beantragt. Überlegungen dazu gibt es aber auch in Laatzen und Burgwedel.