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Niedersachsen Land übernimmt mehr Krippenkosten
Nachrichten Politik Niedersachsen Land übernimmt mehr Krippenkosten
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15:02 30.07.2012
Ab 2013 will Niedersachsen mehr Geld für Krippenplätze ausgeben. Quelle: dpa/Archiv
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Hannover

Die Krippen in Niedersachsen dürfen sich vom kommenden Jahr an auf zusätzliche Gelder aus der Landeskasse freuen. Das Land will seinen Anteil bei den Betriebskosten von derzeit 43 Prozent der Personalkosten in zwei Stufen auf 52 Prozent erhöhen. Darauf einigten sich Ministerpräsident David McAllister und Kultusminister Bernd Althusmann (beide CDU) mit den Kommunalen Spitzenverbänden in einer am Montag in Hannover unterzeichneten Zusatzvereinbarung für Betreuungsplätze für unter Dreijährige.

Die Erhöhung soll in zwei Stufen erfolgen: vom 1. Februar 2013 an um drei Prozentpunkte auf 46 Prozent, ab dem 1. August klettert der Anteil dann auf 52 Prozent. „Es ist ein gesamtgesellschaftliches Ziel, die Betreuungsangebote für die unter Dreijährigen auszubauen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern“, sagte McAllister. Das Land rechnet aufgrund der gesteigerten Förderung mit jährlichen Mehrausgaben von „mindestens“ 24 Millionen Euro. Ab 2014 steigen die Ausgaben damit auf 138 Millionen Euro pro Jahr.

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In zwei Jahren soll zudem überprüft werden, ob das Land bei der Kostenbeteiligung nachbessern muss. Althusmann will bis August 2013 mindestens jedem dritten Kind unter drei Jahren einen Betreuungsplatz anbieten. Dazu müssen landesweit noch etwa 22 000 Plätze in Krippen oder bei Tagesmüttern geschaffen werden. Derzeit gibt es etwas mehr als 40 000 Plätze. Die Kommunalen Spitzenverbände reagierten erfreut auf die Finanzspritze. „Neben der Energiewende ist der Ausbau der Betreuungsangebote das Zukunftsthema“, sagte Frank Klingebiel, Präsident des Niedersächsischen Städtetages und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Spitzenverbände.

Um das Ziel erreichen zu können, seien auch die zusätzlichen Gelder aus Berlin wichtig, die im Zuge der Fiskalpaktberatungen bereits von der Bundesregierung an die Länder und Kommunen zugesagt worden seien. Im März 2011 waren nur 19,1 Prozent der unter Dreijährigen in Niedersachsen in einer Kita oder von einer staatlich geförderten Tagesmutter betreut worden. Damit belegte Niedersachsen im Bundesvergleich den vorletzten Platz. Jedoch gibt es regional große Unterschiede. Während in Göttingen an dem Stichtag 34,7 Prozent der Kinder betreut wurden, waren es in Holzminden 5,9 Prozent. Vom 1. August 2013 an haben Eltern einen Rechtsanspruch auf ein staatlich gefördertes Betreuungsangebot ihrer ein- bis dreijährigen Kinder. Besonders Großstädte befürchten eine Klagewelle, wenn sie nicht genügend Plätze anbieten können.

dpa/lni

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