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Niedersachsen Mathe-Leistungen von Schülern: Wie viel Mittelmaß ist noch akzeptabel?
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Landtagsdebatte in Hannover: Mathe-Leistungen von Schülern - Wie viel Mittelmaß ist noch akzeptabel?

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15:34 24.10.2019
Grant Hendrik Tonne (SPD), Kultusminister in Niedersachsen, findet die Ergebnisse der Bildungsstudie gar nicht so schlecht. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Hannover

Beim jüngsten bundesweiten Vergleichstest zu den Leistungen im Fach Mathematik hat Niedersachsen nur mittelmäßig abgeschnitten. Das hat eine aktuelle Bildungsstudie ergeben, die Ende vergangener Woche veröffentlicht worden ist. Der Landtag diskutierte am Donnerstag, wie der Standard besser werden kann. Die Opposition forderte noch mehr Entlastungsmaßnahmen für Niedersachsens Lehrer.

Nur 40 Prozent des Leistungsstandards

Nach der Studie des in Berlin ansässigen Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen erreichen Neuntklässler im Landesschnitt nur 40,9 Prozent des Leistungsstandards, den ein Realschüler haben muss. Der Bundesschnitt liegt hier bei 44,8 Prozent. Bei Gymnasiasten wurden im Fach Mathematik in Niedersachsen nur 75,3 Prozent erreicht (Bundesschnitt: 81,5). „Das ist Mittelmaß, und Sie geben sich damit zufrieden“, sagte der FDP-Bildungsexperte Björn Försterling an die Adresse von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Nötig wären mehr Mathematikunterricht an Grundschulen, eine bessere Unterrichtsversorgung und mehr Ehrgeiz in der Bildungspolitik.

Tonne und die CDU-Bildungspolitikerin Mareike Wulf bezeichneten die Ergebnisse der Studie hingegen als gar nicht so schlecht. Schließlich habe sich Niedersachsen, das seit Jahrzehnten im Mittelfeld liege, nicht verschlechtert. Nötig wäre allerdings eine „Offensive“ in den naturwissenschaftlichen Fächern, sagte Wulf. Tonne wies darauf hin, dass Niedersachsen zwischen 2012 und 2018 in allen Fächern „stabil“ geblieben sei, trotz deutlich gestiegener Herausforderungen und einer großen Heterogenität der Schüler. So sei etwa der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund in Niedersachsen stärker als im Bund gestiegen: In Niedersachsen um 10,5 Prozent, im Bund um 6,8 Prozent.

Grüne fordern Entlastungsmaßnahmen für Lehrer

Den Grünen, der FDP und der AfD reichten Tonnes Erklärungen nicht. Julie Willi Hamburg von den Grünen forderte mehr Entlastungsmaßnahmen für Lehrer und mehr Freiräume für die einzelnen Schulen. AfD-Abgeordneter Harm Rykena forderte ein eigenständigeres Profil der traditionellen Schultypen wie Haupt- und Realschulen sowie des Gymnasiums. Christoph Bratmann von der SPD warf der AfD vor, bildungspolitisch ins 19. Jahrhundert zurück zu wollen.

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Von Michael B. Berger

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