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Niedersachsen Landtagspräsident Dinkla hat Wünsche an den neuen Landtag
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19:00 12.12.2012
Von Klaus Wallbaum
Der Präsident und die Pläne: Hermann Dinkla hinterlässt das Plenarsaal-Problem. Quelle: dpa
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Hannover

Als Mann der großen Worte und Gesten will Hermann Dinkla nicht in die Geschichte der bisher zwölf niedersächsischen Landtagspräsidenten eingehen. Als Mann der Tat schon eher. Zum Ausklang des Jahres hat der scheidende Parlamentspräsident noch einmal vorgeführt, welche Projekte in seiner Amtszeit angeschoben wurden. Sie kreisen vor allem um den Umbau des Landtagsgebäudes, ein Thema, das die Amtszeit des gelernten Tischlermeisters und studierten Ökonomen prägt.

Vordergründig wird mit Dinklas Wirken das lange und letztlich ergebnislose Hin und Her um den neuen Plenarsaal verknüpft. Ein Architektenwettbewerb prämierte den Abriss und Neubau eines Glaspavillons, eine Landtagsmehrheit unterstützte diesen Weg. Doch dann meldeten sich Denkmalschützer mit Bedenken. Die Anhänger des alten, von Dieter Oesterlen geschaffenen Plenarsaals machten mobil und schüchterten die Landtagsfraktionen ein. Am Ende musste das Argument der ausufernden Kosten dafür herhalten, dass die Planungen gestoppt wurden. Erst vor wenigen Monaten verkündete Dinkla einen neuen Weg - die Sanierung des alten Plenarsaals mit dem Ziel, Tageslicht ins Innere zu bringen. Die äußere Hülle soll aber kaum verändert werden.

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Mögen die Debatten um den Plenarsaal auch verlorene Jahre gewesen sein - Dinkla zeigt nicht ohne Stolz auf das, was im Windschatten dieser Auseinandersetzung erreicht wurde: In dem alten Schlossgebäude neben dem Plenarsaal wurden die Heizungsanlage und die Fenster erneuert, Rohrleitungen ausgetauscht und Wände gedämmt. Auch der Erweiterungsbau aus den siebziger Jahren ist saniert worden. Die Tagungsräume dort wirken heller und freundlicher. Übrigens auch Dinklas großräumiges Büro, das jetzt mit Parkett statt Teppichboden ausgestattet ist. Rund 20 Millionen Euro hat das Land für alle Arbeiten investiert, und dies geschah in großer Einmütigkeit und ohne öffentliches Getöse, wie es bei der Debatte um den Plenarsaal stets zu hören war.

Dinkla ist durchaus zufrieden damit, zeigt sich hier doch der Erfolg seines Wirkens. Eher leise und im Hintergrund hat der 69-jährige Ostfriese agiert, er bemühte sich um breite Mehrheiten und war immer vorsichtig, nicht mit eigenen Ideen vorzupreschen und den Eindruck von Bevormundung aufkommen zu lassen. Etwas mehr Führung wäre wohl wünschenswert gewesen, wenden seine Kritiker ein - alle schätzen jedoch seine menschliche, zuvorkommende Art.

Für Dinkla ist klar: Der Zeitplan lässt wenig Spielraum, wenn der neue Plenarsaal zur Landtagswahl 2017 fertig sein soll. Bis Weihnachten 2012 sollen sich Architekturbüros melden, die am Bau Interesse haben, gleich nach der Wahl müsste der neue Landtag dann Aufträge vergeben - auch für den Umbau des Forums an der Marktkirche, das drei Jahre lang Ausweichquartier für das Plenum sein soll. Außerdem hat der Präsident, der ab Februar im Ruhestand ist, noch einen Wunsch: der Landtag möge papierlos werden und viel elektronisch abwickeln. Alle Drucksachen aus dieser Wahlperiode ergeben zusammen einen 600 Meter hohen Berg, es sind 30,5 Millionen Blatt Papier. Das ließe sich mit moderner Technik verringern.“

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