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Niedersachsen Lkw sollen nur noch Tempo 80 fahren
Nachrichten Politik Niedersachsen Lkw sollen nur noch Tempo 80 fahren
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15:22 28.01.2011
Lkw sollen bald nur noch 80 fahren. Quelle: Dennis Börsch (Archiv)
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Das strikte Alkoholverbot am Steuer hat bei Kraftfahranfängern gewirkt - Experten beim 49. Verkehrsgerichtstag (VGT) in Goslar haben nun über die Null-Promille-Grenze für alle Autofahrer diskutiert. Die derzeitigen Regelungen seien zu kompliziert, sagte der Präsident der Deutschen Verkehrswacht, Kurt Bodewig, der für eine Null-Promille-Lösung eintrat. In Goslar diskutierten 1600 Experten von Verbänden, Automobilclubs, Ministerien, Behörden und Versicherungen bis zum Freitag auch über Drogen am Steuer, private Knöllchen-Jäger, ein Zentralregister für Unfalltote und Probleme des Lkw-Verkehrs.

Elefantenrennen soll es nach einer Empfehlung der Verkehrsexperten künftig nicht mehr geben. Die Experten sprachen sich dafür aus, schwere Lastwagen europaweit einheitlich auf 80 Tempo gedrosselt werden. Dies diene der Verkehrssicherheit, schone die Umwelt und senke den Kraftstoffverbrauch. Um die Sicherheit der Lkw zu erhöhen, appellierte der VGT an die Fahrzeugindustrie, die Preise für Fahrassistenzsysteme zu senken und modernste Technik in alle Lastwagen einzubauen.

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Bund und Länder sollten auch „angesichts der zu erwartenden hohen Steigerungsraten im Lkw-Verkehr“ die Kontrollen intensivieren, verlangten die Experten. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte in Goslar, die Menge der auf der Straße transportierten Güter werde bis 2025 um etwa 80 Prozent steigen. Er setzte sich daher erneut für einen Großversuch mit überlangen Lkw ein. Schon jetzt gibt es in Deutschland rund 2,5 Millionen Lastwagen.

Damit Fahrer und Fuhrunternehmen die Verkehrsvorschriften einhalten, sollten die Behörden bei erheblichen Verstößen etwa gegen Lenk- und Ruhezeiten den dadurch möglicherweise entstandenen Gewinn abschöpfen. Dabei müsse geprüft werden, wer innerhalb der Transportkette von Verstößen finanzielle Vorteile hatte.

In vielen Diskussionsrunden am Rand des Verkehrsgerichtstages ging es um eine mögliche Herabsetzung der Promille-Grenze auf 0,0. Es zeichnete sich jedoch ab, dass die Mehrheit der Fachleute die derzeitige 0,5-Promille-Grenze beibehalten will.

Um die Zahl der Verkehrstoten weiter zu senken, empfahl der VGT die Einrichtung eines speziellen Zentral-Registers, in dem alle tödlichen Verkehrsunfälle erfasst werden. Die bundesweite Datenbank könne helfen, die Unfallursachen besser zu analysieren, die Prävention zu verbessern und so Unfälle zu verhindern. Zudem forderten die Experten, Verkehrstote grundsätzlich zu obduzieren und deren Blut auf Alkohol, Drogen und Medikamente zu untersuchen. Im vergangenen Jahr sind in Deutschland rund 4000 Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben.

Verschärfte Sanktionen verlangen die Experten für Fahren unter Drogeneinfluss. Wer erwischt wird, solle sofort den Führerschein verlieren. Zudem solle die Aufklärung über die Gefahren von Drogenfahrten verbessert werden, insbesondere in den Fahrschulen.

Einig waren sich die Experten, dass Parkverstöße konsequent verfolgt werden sollen, allerdings nur von staatlichen Stellen. Privatfirmen dürfen nach einem Votum des VGT keine Jagd auf Parksünder machen. Auch die Überwachung des ruhenden Verkehrs sei nach den geltenden Vorschriften eine hoheitliche Aufgabe, die von der Polizei und den kommunalen Behörden wahrgenommen werde müsse. Der VGT appellierte an den Gesetzgeber, die derzeitigen gesetzlichen Grundlagen nicht zu ändern. Sonst würde innerhalb der Bevölkerung die Akzeptanz der Verkehrsüberwachung generell leiden.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.