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Niedersachsen Maren Brandenburger wird Leiterin des Verfassungsschutzes
Nachrichten Politik Niedersachsen Maren Brandenburger wird Leiterin des Verfassungsschutzes
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00:15 08.03.2013
Von Klaus Wallbaum
Neue Spitze: Maren Brandenburger und ihr Minister Boris Pistorius. Quelle: dpa
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Hannover

Bisher standen frühere Polizeibeamte oder Juristen an der Spitze des Verfassungsschutzes - und es waren ausnahmslos Männer. Nun bricht in der Landesbehörde, die sich ungern „Geheimdienst“ nennen lässt, eine neue Zeit an. Seit Dienstag ist die 45-jährige Maren Brandenburger neue Präsidentin, und sie hat eine Ausbildung als Politologin hinter sich.

Als neue Chefin kennt sie ihre Behörde sehr gut, denn seit 1996 ist sie dort beschäftigt. In den vergangenen zehn Jahren, unter dem christdemokratischen Innenminister Uwe Schünemann, arbeitete Brandenburger als Pressesprecherin. Die gebürtige Kielerin, die seit 18 Jahren ein SPD-Parteibuch hat, studierte Politik und Geschichte in Heidelberg und Hannover. Ihre Abschlussarbeit schrieb sie 1995 über das Stasi-Unterlagengesetz, ihr Professor war der hannoversche Politikwissenschaftler Joachim Perels. Bei dieser Vorprägung überrascht ihre Ankündigung nicht, dass der politikwissenschaftliche, analytische Teil der Arbeit ihrer Behörde mehr Gewicht bekommen solle.

Brandenburger, die mit ihrer Lebensgefährtin in Wennigsen (Region Hannover) wohnt, war als Behördensprecherin bisher schon das Gesicht des Verfassungsschutzes. „Sie tritt glaubhaft und kompetent auf. Der Neustart mit ihr wird von Kontinuität und Vertrauen begleitet“, lobte ihr Innenminister Boris Pistorius. Tatsächlich hat das Landesamt in Hannover bundesweit einen guten Ruf, das liegt vor allem am konsequenten Vorgehen gegen rechtsextremistische Kräfte, die in den vergangenen Jahren öfter in Niedersachsen Fuß fassen wollten - und Dank der starken Rolle des Verfassungsschutzes in die Schranken gewiesen wurden. Ob es bei diesem selbstbewussten Auftreten des Landesamtes bleiben kann, ist nicht ausgemacht. Die Grünen hatten in ihrem Wahlprogramm die Abschaffung des Verfassungsschutzes gefordert und der SPD in den Koalitionsverhandlungen eine gründliche Überprüfung und Reform abgerungen.

Die CDU reagierte am Dienstag ablehnend. Für die Neuorientierung der Behörde brauche es keinen Personalwechsel, denn der bisherige Präsident Hans Wargel sei ein fähiger Kopf.