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Niedersachsen McAllister ist Mister 100 Prozent
Nachrichten Politik Niedersachsen McAllister ist Mister 100 Prozent
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22:20 12.10.2012
Von Klaus Wallbaum
Blumen zur Nominierung: Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) beim Landesparteitages der CDU in Celle.
Blumen zur Nominierung: Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) beim Landesparteitages der CDU in Celle. Quelle: dpa
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Hannover

Alles ist gerüstet für eine große Jubelfeier, für den vielfach angekündigten Wahlkampfauftakt. Auf den Sitzplätzen in der Celler Congress Union liegen große „I’m a Mac“-Schilder bereit, zur Einstimmung wird der neue Videofilm gezeigt und der neue Werbesong gespielt. Auf großen weißen Lettern vor blauem Hintergrund leuchtet der Leitspruch: „Damit Niedersachsen gewinnt.“

Doch dann, als David McAllister vor den 353 Delegierten des CDU-Landesparteitags spricht, fällt alles nüchterner aus. Die 80-minütige Rede des Regierungschefs bleibt über weite Strecken nachdenklich und staatstragend, der Deutsch-Schotte McAllister geizt bei diesem Parteitag mit seiner Angriffslust. Nur ab und an bekommen die Zuhörer Gelegenheit, die Schilder auf ihren Plätzen in die Höhe zu strecken.

Aber der rhetorisch eher gedämpfte Auftritt der Hauptperson wirkt dennoch. Als er die Rede beendet, bricht der Parteitag in tosenden und langen Beifall aus. Kurz darauf wird McAllister, just an diesem 100.Tag vor der Landtagswahl, einstimmig zum Spitzenkandidaten gewählt. Wenig später dann folgt seine Wiederwahl als CDU-Landesvorsitzender - mit einem Traumergebnis von 98,2 Prozent. Auch der Rest des Vorstands bleibt unverändert. Der CDU ist, im zehnten Jahr als Regierungspartei, nicht an Veränderung gelegen. McAllister gibt für den 20. Januar die Losung aus: „Die CDU muss so stark sein, dass gegen sie keine Regierung gebildet werden kann.“ Am liebsten, fügt er dann hinzu, wolle man die „gute und vertrauensvolle“ Zusammenarbeit mit der FDP fortsetzen. Auch FDP-Chef Stefan Birkner hört das - er ist als Gast zum CDU-Treffen gekommen, wurde zu Beginn mit Applaus begrüßt.

McAllister, heißt es, habe lange und intensiv an seiner Parteitagsrede gefeilt. Er setzt Akzente, fängt an bei der Sparpolitik und beim Lob für Finanzminister Hartmut Möllring. Über den angestrebten Schulfrieden redet er, verspricht, den Religionsunterricht zu erhalten. Er preist das Kabinett an: „Wir haben Minister, die anderen haben nur Schatten.“

Am längsten wird seine Rede vom Applaus unterbrochen, als der CDU-Chef gegen Überlegungen der SPD wettert, den Bonus für großflächige Kreise im kommunalen Finanzausgleich abzuschaffen. Über die Wirtschaft spricht McAllister, der Ausbau der Autobahnen sei wichtig und notwendig. Die ökonomische Lage in Niedersachsen sei blendend, aber die Konjunktur trübe sich ein. Als der Ministerpräsident die Krise der Siag-Nordseewerke und der Offshore-Windenergie erwähnt, wird sein Vortrag zur Selbstverteidigung: „Ich führe lieber Gespräche mit den Akteuren, als eine klassenkämpferische Rede vor den Werkstoren zu halten. Das ist zielführender.“